Krisen, Kosten, Kreditkarten – Was den Counter beim Reiseschutz beschäftigt

Drei Frauen sitzen oder stehen an einem Schreibtisch in einem Büro und betrachten gemeinsam Unterlagen, während im Hintergrund eine Zimmerpflanze steht.
Jutta Rau-Theodosiou (rechts), Verkaufsleiterin bei Allianz Partners, beim Reisebüro-Besuch: Der Beratungsbedarf ist größer geworden. Foto: rie

Geopolitische Krisen, steigende Reisepreise und Kreditkarten-Versicherungen: Eine Umfrage von touristik aktuell unter führenden Reiseversicherern zeigt, welche Themen Reisebüros beim Vertrieb von Reiseschutzprodukten derzeit am meisten beschäftigen und wo der größte Klärungsbedarf besteht.

Der Vertrieb von Reiseschutzprodukten in Reisebüros wird zunehmend komplexer. Geopolitische Krisen, hohe Reisepreise und wachsender Beratungsdruck prägen nach Angaben führender Versicherer die Gespräche ihrer Außendienstler am Counter.

Weltlage und Preisdruck derzeit im Fokus

Vor allem die aktuelle Weltlage bestimmt die Beratungsgespräche. Reisebüros beschäftigten „die Auswirkungen der geopolitischen Lage auf das Reiseverhalten ihrer Kunden“, berichtet zum Beispiel Stefan Schrödel, touristischer Vertriebsleiter bei Allianz Partners. Fragen rund um den Nahost-Konflikt sowie mögliche Umbuchungen und Stornierungen rückten in den Vordergrund. Der Fokus habe sich gegenüber früheren Jahren deutlich verschoben: von Gesundheitsrisiken hin zu geopolitischen Entwicklungen und Naturereignissen.

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Ein blauer Hintergrund mit weißem Text, der einen Zeitraum vom 7. bis 18. September, Angebote für Kinder und Stornierungen sowie einen Button enthält.

Neben der Sicherheitslage treibt die Preisentwicklung die Branche um. Nicole Carski, Vertriebsdirektorin bei der Ergo Reiseversicherung, berichtet von „hohen Reisepreisen und einer verhaltenen Nachfrage“, die Zusatzverkäufe schwieriger machten. Sinkende Margen und steigende Kosten machten Reiseschutzverkäufe zugleich wichtiger, so Katrin Rieger, Reisevertriebsdirektorin bei der Hanse Merkur.

Dauerthema Reiseschutz per Kreditkarte

Ein thematischer Dauerbrenner bleibt der Vergleich zwischen Reiseversicherungspolicen und Versicherungspaketen der Kreditkarten. Viele Kunden gingen oft fälschlicherweise davon aus, über ihre Kartenanbieter ausreichend abgesichert zu sein. Aber auch beim Krankenschutz gibt es Wissenlücken. „Den höchsten produktseitigen Klärungsbedarf sehen wir bei der Reisekrankenversicherung – insbesondere innerhalb Europas“, sagt ERV-Managerin Carski.

Beim Versicherungsspezialisten LTA stehen zudem die Grenzen des Rücktrittsschutzes im Mittelpunkt. Viele Kunden glaubten, „dass eine Rücktrittsversicherung in allen erdenklichen Fällen greift“, so Geschäftsführer Michael Dorka.

Erreichbarkeit und Einfachheit sind wichtig

Umso wichtiger, dass Reiseprofis bei ihrem steigenden Beratungsaufwand bestmöglich unterstützt werden, findet Stefan Kirchner, Vertriebsleiter bei der Union Reiseversicherung: „Für Reisebüros ist es wichtig, dass eine Erreichbarkeit sichergestellt ist, die Einfachheit der Produkte sowie angemessene Prämien.“ Regelmäßige Schulungen würden helfen, die Beratung zu verbessern.

Weitere Berichte und Neuigkeiten rund um das Thema Reiseschutz finden Sie im Themenschwerpunkt Versicherungen in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 15/2026), die auch als E-Paper erhältlich ist.