RTK-Dialogtage: Große Themenvielfalt in Hurghada

Vier Touristiker stehen vor einer Fotowand. Die Frau und die drei Männer schauen lächelnd in die Kamera.
Die RTK-Führungsriege (von links): Bereichsleiter Dennis Conrads und Alexandra Gärtner mit den Geschäftsführern Thomas Bösl und Hauke Moll. Foto: mg

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Nachfolgeregelungen und Nachhaltigkeit, politische Lobby-Arbeit der Verbände und Produktinfos für die tägliche Arbeit am Counter: Das sind die Themen der aktuell in Hurghada stattfindenden Dialogtage der Reisebüro-Kooperation RTK. Mit dabei sind insgesamt 450 Teilnehmer, davon knapp 300 Reisebüros. Heutiger Stargast ist der ägyptische Tourismusminister Sherif Fathih.

Großen Wert legen die Organisatoren rund um Thomas Bösl, Chef der RT-Group und von Dezember an auch wieder Chef der RTK-Kooperation, auf das Thema Neutralität. „Bei uns können Reisebüros so bleiben wie sie sind“, so (Noch-) RTK-Chef Hauke Moll. Man sei „offen für alle“ – und jedes Büro könne von den Leistungen der Zentrale „das nutzen, was es für sich braucht“.

Großer Wert auf Neutralität

Das gelte auch mit Blick auf die Leistungsträger, so Bösl und Moll. So seien beim Reisemarkt mit 64 Partnern alle relevanten Veranstalter dabei. Und auch bei der Auswahl der Locations für die Tagung habe man bewusst Wert auf Vielfalt gelegt: Während die Tagung selbst im Xanadu Resort der Coral Gruppe stattfindet und Partner wie Dertour und Aida Abendveranstaltungen unterstützen, ist das Rixos Premium Magawish am Freitagabend Gastgeber der Gala. Und am Samstag geht es nach El Gouna in die Welt der Orascaom-Hotels.

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Einen Eindruck vom Eröffnungsabend der Jahrestagung finden Sie auf der Instagram-Seite von touristik aktuell.

500 Reisebüros nutzen „Toni“

Ein Thema der Tagung ist auch das Omnichannel-Konzept „Mein Reisebüro 24“ inklusive des virtuellen Assistenten „Toni“, das inzwischen von rund 500 Büros genutzt wird. „Die Zahl ist gut und steigt, aber natürlich könnten es durchaus noch mehr Büros sein“, gesteht Thomas Bösl. Die Bilanz: 2024 wurden pro Büro 600 so genannte Magic Mails verschickt. Sie hatten eine Öffnungsrate von 60 Prozent sowie eine Buchungsrate von über acht Prozent.

„Ein starker Wert“, freuen sich Bösl und Moll. In diesem Jahr seien bisher 550 Magic-Mails verschickt worden, weitere werden zum Buchungsauftakt für den Sommer 2026 folgen. „Wir nutzen mit diesen Angebots-Mails den Vorteil, dass der Kunde sein Reisebüro kennt und Vertrauen hat.“ Es sei wichtig, die Kunden mit passenden Angeboten zu versorgen, bevor er überhaupt an Urlaub denkt und „bevor Online-Reiseanbieter ihn mit Mails zuschütten“, so Bösl.

Mein Reisespezialist: Konzept bleibt bestehen

Ein stärkeres Augenmerk will RTK künftig auch wieder auf die Vertriebsmarke Reisespezialisten legen. Zu ihr gehören aktuell rund 80 Reisebüros, die sich zum Teil sehr stark im Geschäft mit selbst aufgelegten Reisen engagieren und diese auch über das Netzwerk vertreiben. Das Thema Eigenveranstaltung werde künftig noch wichtiger werden – mit Blick auf Kundenbindung und attraktive Margen, betont Bösl.

Er verweist dabei auf Reisebüros in Frankreich, Österreich und der Schweiz, bei denen der Anteil eigener Reisen oft bei bis zu 40 Prozent des Gesamtumsatzes liege. „Davon sind wir in Deutschland weit entfernt“, so der RTG-Chef.

RTK wird Partner von Fairweg

Einen neuen Weg geht RTK beim Thema nachhaltiges Reisen. Ab sofort können Mitgliedsbüros der Kooperation Partner des Fairweg-Konzepts werden. Zur Wahl stehen ein Shop-in-Shop-Modell oder das hybride Konzept von „Fairweg mobile“. Bei ersterem richtet das Partner-Reisebüro einen eigenen Fairweg-Counter ein, bei letzterem spezialisiert sich ein einzelner Mitarbeiter auf das Thema nachhaltiges Reisen.

In beiden Fällen wird intensiv geschult, zudem liefert die AER-Kooperation, unter deren Dach Fairweg im Vertrieb angesiedelt ist, Marketing-Unterstützung. Mitentwickelt wurde das Konzept von RTK-Mitglied Ralf Hieke, Inhaber des Reisebüro Strier in Ibbenbüren.

Urteil zu FTI-Insolvenz: „Positiv für den Vertrieb“

Zufrieden zeigte sich Thomas Bösl mit dem jüngsten Urteil in Zusammenhang mit der FTI-Insolvenz. „Das ist sehr positiv für den Vertrieb“, so Bösl. Er habe das zwar „nie anders gesehen“, aber „vor Gericht und auf hoher See“ wisse man schließlich nie, wie es am Ende ausgehe. Nicht nur aus praktischer, sondern auch aus juristischer Sicht sei allerdings klar, dass es „nicht geht, Reisebüros eine Infopflicht bezüglicher möglicher Insolvenzen in die Schuhe zu schieben“. Bösl ist dabei bewusst, dass das aktuelle Urteil nur ein Zwischenstand ist. „Aber es ist ein sehr wichtiger“, so der Chef der RT-Group.

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