Tarifverträge: Vorerst kein neuer Abschluss in Sicht

Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen haben für die Branche große Bedeutung: Viele touristische Unternehmen orientieren sich an den Tarifverträgen
Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen haben für die Branche große Bedeutung: Viele touristische Unternehmen orientieren sich an den Tarifverträgen. Foto: filmfoto/istockphoto

Nach der Verbandsempfehlung zum freiwilligen Anheben der Tarifgehälter hofft die Arbeitgebervertretung DRV-Tarifgemeinschaft weiter darauf, möglichst bald mit Verdi Tarifverhandlungen führen zu können. Deren Ergebnisse haben für die Branche, die stark unter Fachkräftemangel leidet, große Bedeutung: Auch ohne Verdi-Mitglied zu sein, orientieren sich viele touristische Unternehmen an den Tarifverträgen.

Dertour Group hält die Stellung

Zuletzt wurde 2018 ein Tarifvertrag abgeschlossen. Damals waren von den Großen der Branche DER Touristik und Thomas Cook dabei. TUI war 2015 zu einem Großteil aus der Tarifgemeinschaft ausgetreten und sei infolgedessen nur noch „mit einem Bein dabei“, sagt Volker Fasbender, der als Geschäftsführer der Tarifgemeinschaft seit rund 25 Jahren als Verhandlungsführer der Arbeitgeber agiert.

Heute sind nur noch die Dertour Group und einige kleinere Firmen Mitglied der Tarifgemeinschaft. Die versucht seit 2022, Verhandlungen mit Verdi zu führen. Der Gewerkschaft jedoch fehlt der offizielle Auftrag der Branche. „Nur, wenn sich hinreichend Beschäftigte für ihren Tarifvertrag organisieren und einsetzen, kann auch ein Tarifvertrag verhandelt werden“, sagt Sonja Austermühle, Bundesfachgruppenleiterin bei Verdi.

Freiwillige Gehaltserhöhung

Die DRV-Tarifgemeinschaft ging aufgrund des fehlenden neuen Tarifvertrags zuletzt den Weg der „Verbandsempfehlung“: Sie sah 2023 eine Gehaltserhöhung um drei Prozent sowie einen Inflationsausgleich von bis zu 2.000 Euro vor. In einem zweiten Schritt empfahl die DRV-Tarifgemeinschaft ihren Mitgliedern, die Gehälter per Januar 2024 um weitere vier Prozent anzuheben.

Bei der Dertour Group wurden diese Empfehlungen eins zu eins umgesetzt. Die Erhöhungen gelten sowohl für den Veranstalterbereich als auch für den Reisevertrieb. Ob sich andere Firmen an der Empfehlung orientiert haben, ist nicht bekannt.
Die letzte Veröffentlichung der Tarifgehälter, von denen einige laut Verdi inzwischen unter dem Mindestlohn liegen, erfolgte im Jahre 2017. Die entsprechende Liste kann auf der Homepage von touristik aktuell aufgerufen werden.

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