Trentino: Magische Klänge

Das Festival „Sounds of the Dolomites“ verzaubert jedes Jahr im Hochsommer Tausende Besucher

Als der Wecker um vier klingelt, rattert die Seilbahn schon im Takt. Noch müde treffen wir aufeinander, die Nacht nach dem Hüttenabend im Rifugio Stoppani, einer im Winter stark frequentierten Berghütte, war kurz. Es gibt Kaffee und ein Frühstück auf die Hand. Die Stimmung ist erwartungsvoll.

Jetzt brechen wir in warmen Jacken, mit Mütze und Decken im Dunkeln auf. Kaum etwas ist zu sehen, Temperaturen um null Grad. Es ist der 23. Juli, fünf Uhr morgens. Wir schließen uns einer immer größer werdenden Menschenkarawane an und klettern still über Stock und Stein. Da, wo es gefährlich sein kann, stehen Helfer und reichen die Hand. Die bunte Truppe strömt aus der Seilbahn, der Berghütte oder Zelten zusammen. Jung und Alt, mit Kindern oder Hund, neben Italienisch weitere Sprachen. Die meisten haben Schlafsäcke, Decken und Picknick dabei.

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Orchester in Funktionskleidung

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir eine Ebene am Pra’Castron di Flavona. Die Felswand der Dolomiten ragt spitz in den Himmel. In der Mitte stehen einfache Wirtshausstühle im Kreis. Dick eingepackt lassen wir uns auf dem kalten Boden nieder. So früh am Morgen im Unesco-Weltnaturerbe der Brenta Dolomiten zu sein, ist ein Erlebnis.

Es wird noch magischer. Punkt sechs hebt Mario Brunello den Taktstock. In farbigen Outdoorjacken sitzt das Kremerata Baltica Orchester auf den Stühlen und beginnt auf 2.000 Metern Höhe die „Sunrise Serenade“ zu spielen. Die Seilbahn hat auch sie und ihre Instrumente nach oben gebracht. Während die jungen Musiker mit klammen Fingern ihre Streichinstrumente zum Klingen bringen, taucht die aufgehende Sonne die Felswand in rotes Licht.

Friedvolle Stille

Wir sind Teil eines Gesamtkunstwerks, in der die Natur als Bühne Kultur und Mensch so‧puristisch und kraftvoll verbindet, dass es 3.000 Zuhörer in friedvoller Stille vereint. „Die Stille der Natur“ gehört für Maestro Brunello, Italiens berühmten Cellisten aus Veneto, genauso zur Philosophie wie der Dank an die Dolomiten.

„Jeder Teilnehmer macht hier seine ganz persönliche Erfahrung“, sagt der Gründer und künstlerische Leiter der „Sounds of the Dolomites“ nach dem zweistündigen Sunrise-Konzert der Special Week des gefragten Skiortes Madonna di Campiglio. Mit dem damaligen Tourismuschef der autonomen Provinz und seiner Assistentin hat Brunello das Festival vor 23 Jahren ins Leben gerufen. Ziel ist, die 14 Regionen des Trentino im Sommer noch attraktiver zu machen.

Das Festival zur Marke machen

Jedes Jahr finden im Hochsommer Konzerte und Veranstaltungen statt, die über die Tourismusorganisationen gebucht werden können. In Italien hat sich das Festival schon längst einen Namen gemacht. International arbeitet Trentino Marketing mit seinen herausragenden alpinen Mountainbike-, Wander- und Trekking-Angeboten daran, „The Sounds of the Dolomites“ zur Marke zu machen.

In diesem Jahr findet das Festival vom 30. Juni bis 31. August statt. Infos gibt es unter www.isuonidelledolomiti.it und unter www.visittrentino.info.

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