Madeira: Tropisch, fruchtig, fischig

Blick auf den Jardim Botanico mit Funchal im Hintergrund
Blick auf den Jardim Botanico mit Funchal im Hintergrund. Foto: Tomasz Czajkowski/iStockphoto

Der Blick auf die Altstadt ist unvergleichlich: Eine Flut weißer Mini-Häuser, rote Dächer und ein glitzernder Atlantik in der Ferne. 300 Meter über Funchal liegt der botanische Garten. Der Jardim Botanico ist einer der beliebtesten Anziehungspunkte für Madeira-Besucher. Die immergrüne Oase wurde 1881 von der schottischen Familie Reid angelegt.

Die Reids hatten aber nicht nur einen grünen Daumen. Sie gründeten auch das legendäre Luxushotel Reid’s Palace in Funchal. Zu den illustren Gästen zählten Winston Churchill, Charlie Chaplin und Kaiserin Sisi von Österreich-Ungarn. Während Sisis erstem Kuraufenthalt auf Madeira wohnte sie in der Quinta da Vigia. Die Unterkunft existiert nicht mehr. An ihrer Stelle steht heute ein Casino, vor dem ein Denkmal noch immer an die Dame erinnert. Das Reid‘s Palace ist hingegen weiterhin in Betrieb und gehört zur Luxuskette Belmond.

Zurück zum Botanischen Garten: Er wird seit 1960 von der Stadt Funchal verwaltet und beheimatet exotische Pflanzen, Bäume und tropische Vögel. Dass Madeira aufgrund bester klimatischer Verhältnisse eine üppige Vegetation bietet, ist durch den Spitznamen „Blumeninsel“ bekannt. Aber nirgendwo auf der Insel ist die bunte Pflanzenwelt imposanter als im Jardim Botanico.

Besucher lustwandeln entlang einer Rhododendron-Allee, tauchen ein in Meer von Orchideen oder Azaleen und bewundern die für Madeira typischen Strelitzien. Irgendetwas blüht hier immer – kein Wunder, die Durchschnittstemperatur der portugiesischen Insel beträgt 26 Grad.

Mutige Funchal-Gäste steuern etwas außerhalb der Stadt den Cabo Girao Sky-Walk an. Bevor sie die Aussicht auf die Inselmetropole und Camara de Lobos vor sich haben, hören sie bereits das Rauschen der Wellen. Auf der Plattform angekommen, breitet sich das Panorama vor ihnen aus. Schwindelfreie richten den Blick nach unten: Durch eine dicke Glasscheibe blicken sie 580 Meter tief in den Abgrund. Das Reisemagazin Conde Nast kürte den Sky-Walk übrigens zur „fünftschönsten Klippenaussicht der Welt“.

Gäste der Inselhauptstadt müssen jedoch nicht immer in der Höhe verweilen. Die Altstadt von Funchal bietet mit ihrer 500-jährigen Geschichte jede Menge Abwechslung.

Sich stärken und stöbern können Touristen in der populären Markthalle Mercado dos Lavradores, wo stets Hochbetrieb herrscht. Besucher werden von Marketendern in Beschlag genommen: „Riechen Sie, probieren Sie, kaufen Sie!“

Meterware an exotischem Gemüse und tropischen Früchten wartet auf Kundschaft. Dabei stechen gewöhnungsbedürftige Kreuzungen hervor. Ist eine Maracuja-Tomate eine gute Wahl? Die Neugier triumphiert über den Geschmack. Ein Tipp für den Marktbesuch: Immer nach den Preisen fragen. Sie sind in der Regel gepfeffert. Schon so mancher Tourist ist mit einer Tüte voller Früchte beim Bezahlen fast aus den Sandalen gekippt. Zudem lohnt ein Blick in die angrenzende Fischhalle, wo sich fangfrischer Thun-, Schwert- und Degenfisch stapeln. Folgen Sie einfach dem Geruch.

Dann ist es Zeit dem Trubel zu entkommen. Das ist in Funchal auf den ersten Blick nicht immer einfach. Mehr als 300 Kreuzfahrtschiffe mit über 400.000 Passagieren legen hier in Nicht-Corona-Jahren an. Doch überall in der Altstadt laden Bars und Straßen-Cafés zum Entspannen und Verweilen ein. Einmal eingekehrt, genießt man eine Poncha – ein madeirischer Brand aus Zuckerrohrsaft, Honig und Zitronen. Immer eiskalt serviert!

Madeira in Corona-Zeiten
Touristen, die auf die portugiesische Insel reisen wollen, benötigen bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test. Dieser darf nicht älter als 72 Stunden sein. Es gibt zudem die Option, bei der Einreise einen kostenlosen Corona-Test zu machen. Das Ergebnis soll innerhalb von zwölf Stunden vorliegen. Allerdings muss diese Zeit in Selbstisolation im Hotel verbracht werden. Zusätzlich müssen sich Urlauber auf https://madeirasafe.com/#/login registrieren.

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