

Breites Kulturangebot Nicht nur die Architektur hat Valletta stark verändert. „In den letzten vier Jahren hat sich so viel getan“, schwärmt Stadtführerin Mariella Bose, „es gibt so viele Feste und Festivals, soviel Musik und Kultur, dass man jeden Tag etwas unternehmen kann.“ Das breite Kulturangebot wurde honoriert: 2018 ist die kleinste Hauptstadt der EU, in der nur 9.000 Bewohner leben, Kulturhauptstadt Europas. Eine andere Auszeichnung besitzt die Stadt schon seit 1980: Sie steht als Gesamtheit auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Jedes Haus genießt Denkmalschutz.
Das macht den Erhalt schwierig und manches Gebäude könnte durchaus eine Generalsanierung vertragen. Andererseits verhindert der konsequente Denkmalschutz eine Gentrifizierung. Besucher können sich so an vielen kleinen ‧Läden erfreuen, die sich spezialisiert haben – Victor Galeas Kurzwarenhandlung beispielsweise, Mazzareno Haders Laden für Bilderrahmen oder George Zammits kleines Reich für Kaffee und Kräuter, Salz und Süßigkeiten.
In kerzengeraden, wie mit dem Lineal gezogenen Gassen lässt es sich von einem Café wie Piadinas Kaffeestube zum nächsten bummeln. Mittlerweile hat sich in Valletta eine stattliche Zahl guter Restaurants etabliert. Vorbei sind die Zeiten, in denen Maltas Küche den – schlechten – Ruf als Truppenversorger der Briten hatte. Der Familienbetrieb Palazzo Preca in der Strait Street ist eine dieser ersten Adressen. Junge Schwestern kochen traditionelle maltesische Gerichte wie Stuffat Tal-Fenek, Bragoli, maltesische Rinderroulade oder Tigiega.
Logieren in historischen Häusern Für größere neue Hotelbauten hat Valletta keinen Platz. Doch werden mehr und mehr traditionelle Häuser zu vornehmen Boutique-Hotels restauriert. Eines ist der Palazzo Prince d’Orange, der fünf ganz unterschiedlich eingerichtete Apartments für zwei bis vier Personen vermietet. Gemeinsam nutzen Gäste Bar, Bibliothek, Lounge und Dachterrasse. Das 400 Jahre alte Haus, seit 1888 in Besitz einer niederländischen Familie, wurde von ihr mit Stil und hohem Aufwand umgebaut. „Das ist ein echter Trend“, sagt Stadtführerin Bose, „bald werden wir in Valletta viele solcher Hotels in historischen Häusern haben.“




