Die B2B-Reiseplattform Ratehawk erweitert ihren unternehmerischen Ansatz: In den kommenden Jahren will das Unternehmen nicht nur Reisebüros und Veranstalter bedienen, sondern stärker als API-Anbieter für größere Marktteilnehmer auftreten. Der Schritt kommt in einer Phase, in der die Plattform nach eigenen Angaben weiter wächst: 2025 stieg der Nettobuchungswert im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent, die Zahl der Buchungen legte global um 43 Prozent zu.
Ratehawk feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Das Wachstum seit dem Start ist erstaunlich: Unternehmensangaben zufolge bietet das Portal Zugang zu 3,2 Millionen Unterkünften, dazu kommen Flüge von mehr als 400 Airlines, Transfers in über 150 Ländern, Zugtickets und Mietwagen.

Enger Draht zu Reisebüros in Deutschland
Inzwischen nutzen mehr als 110.000 Reiseprofis in über 120 Märkten den Service des Portals. Konzernchef Felix Shpilman sagt mit Blick auf die Anfänge 2016, man habe früh darauf gesetzt, dass die Expertise von Reiseprofis trotz wachsender Individualbuchungen weiter gefragt bleibe. Voraussetzung sei jedoch, dass die Reiseverkäufer „bessere digitale Werkzeuge“ erhielten.
Das funktioniert seit einigen Jahren auch in Deutschland immer besser. Jüngster Schritt nach vorn war die Integration von Ratehawk in das Bosys-Tool UI Office, das unter anderem von Reisebüro-Ketten und -Kooperationen wie dem Reisevertrieb des ADAC, der Reisebüro-Allianz DTPS, der RTK-Gruppe inklusive Reiseland sowie von den TUI-Franchise-Büros genutzt wird. Auch mit der LCC-Kette ist Ratehawk verbunden.
Mehr Geschäft über die Schnittstelle
Ein zentraler Wachstumstreiber soll nun das API-Geschäft werden. Das Kürzel steht für „Application Programming Interface“, gemeint ist damit ein Vermittler zwischen zwei Software-Programmen.
Laut Ratehawk stieg die Zahl der Buchungen pro API-Partner 2025 um 40 Prozent. Um dieses Segment auszubauen, investiert Ratehawk nach eigenen Angaben in mehr technische Stabilität, höhere Geschwindigkeit und lokale Teams, die sich gezielt um die Entwicklung von Schnittstellen kümmern. Managing Director Astrid Kastberg formuliert es so: „Gefragt sind mehr Effizienz, Verlässlichkeit und ein genaueres Rate-Matching.“
Agentic AI für Routineanfragen
Parallel setzt das Unternehmen stärker auf KI. Im Kundenservice bearbeiten Systeme mit sogenannter Agentic AI inzwischen rund die Hälfte der Routineanfragen, was Antwortzeiten verkürzen soll. Auch bei der Suche, bei Empfehlungen, der Lokalisierung von Inhalten und beim Erkennen möglicher Buchungsprobleme kommt die Technik zum Einsatz. Für das Retail-Geschäft plant Ratehawk zudem neue Produkte – darunter Versicherungen – sowie zusätzliche Zahlungsoptionen und Automatisierungsfunktionen.


