Dertour übernimmt Hotelplan Group ohne Interhome

Gebäude der Unternehmenszentrale der Hotelplan Group in Glattbrug in der Schweiz. Der verlaste Bau ist auf der Frontseite komplett begrünt.
Die Zentrale von Hotelplan in der Schweiz. Die Dertour Group übernimmt die Unternehmensgruppe von Migros. Foto: Hotelplan

Die Dertour Group übernimmt vom Schweizer Unternehmen Migros die gesamte Hotelplan Group in Deutschland, der Schweiz und in Großbritannien. Die Ferienhaussparte Interhome mit den Marken Interhome und Interchalet geht an den Berliner Ferienhausspezialisten Hometogo. Mit diesem Paukenschlag überraschten die Vtours-Geschäftsführerin Sabine Jordan-Glaab und Hotelplan-Chief-Operating-Officer Torge Petersen die Teilnehmer beim Auftakt des Vertriebs-Events „Kompassion Tour Türkiye“, das aktuell in Lara stattfindet. Die Übernahme erfolgt schnellstmöglich vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

Vtours bleibt bestehen

„Mit der Veräußerung der Hotelplan Group beginnt ein neues Kapitel für unser Unternehmen“, sagt Sabine Jordan-Glaab. „Wir blicken mit Zuversicht in die Zukunft und setzen weiterhin auf das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Standort Aschaffenburg wird von der Dertour Group übernommen. Wir freuen uns sehr, unseren Kundinnen und Kunden weiterhin außergewöhnliche Reiseerlebnisse zu bieten.“

Für die Vertriebspartner bleiben alle Angebote und Buchungen bei der Hotelplan Group und Interhome unverändert gültig, heißt es in der Unternehmensinformation. Die Marken werden wie gewohnt weiter betrieben und sind weiterhin über die üblichen Servicekontakte und Buchungswege zu erreichen. Alle Büros sollen bestehen bleiben und alle Mitarbeiter übernommen werden, heißt es weiter.

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Nach dem Kauf vom Kroatien-Spezialisten I.D. Riva im Januar möchte die Dertour Group mit den traditionsreichen Marken der Hotelplan Group die touristische Vielfalt und Kompetenz weiter stärken. „Wir freuen uns sehr, die Hotelplan-Gruppe mit ihren starken und traditionsreichen Reisemarken zu übernehmen und in unserem touristischen Verbund zu weiterem Wachstum zu führen. Hier entsteht ein Zusammenschluss auf Augenhöhe, der für Mitarbeitende, Gäste und Partner klare Vorteile bietet“, erklärt Ingo Burmester CEO Central Europe und Mitglied des Executive Boards der Dertour Group.

IT-Systeme sind wichtige Erfolgshebel

Mit dem Hotelplan-Erwerb will die Dertour Group künftig verstärkt von Skaleneffekten im Veranstaltergeschäft profitieren. Grundlage hierfür soll unter anderem eine gemeinsame technologische Plattform im Volumengeschäft sein.

„Wir bringen ein fundiertes touristisches Know-how mit und sind damit für die Hotelplan-Veranstaltermarken ein idealer Partner“, erläutert Burmester. „In der Touristik sind die IT-Systeme wesentliche Erfolgshebel. Hier haben wir in den vergangenen Jahren stark investiert. Von unserer skalierungsfähigen Plattform sollen zukünftig auch die großen Veranstaltermarken der Hotelplan-Group profitieren. Gleichzeitig kommen uns die strategischen Investitionen in digitale Lösungen auf Seiten der Hotelplan Group zugute.“ Die beiden Unternehmen würden zudem gemeinsame Werte wie Kundenerlebnis, die persönliche Beratung und Nachhaltigkeit verbinden.

Die Dertour Group sieht die Übernahme damit als langfristige Investition, die beiden Seiten signifikante Vorteile bringt. „Meine Botschaft heute ist klar“, betont Burmester. „Für Mitarbeitende, Gäste und Partner ist das ein guter Tag. Denn der Zusammenschluss auf Augenhöhe schafft Kontinuität und stärkt die Hotelplan Group weiter – vom Partnernetzwerk bis zur Technologie.“

150 Millionen Schweizer Franken für Interhome-Kauf

Die Dertour Group hat von Migros Vtours in Deutschland und Hotelplan UK übernommen. In der Schweiz gehören die Marken Hotelplan, die Reise-Spezialisten Travelhouse, Tourisme pour tous, Migros Ferien, der Geschäftsreisen-Bereich mit den Marken Bta first travel und Finass Reisen sowie alle Reisebüros von Hotelplan Suisse zum Portfolio. Über die Konditionen des Verkaufs vereinbarten die Parteien Migros und die Dertour Group Stillschweigen.

Als börsennotiertes Unternehmen muss Hometogo dagegen einen Kaufpreis für Interhome nennen: 150 Millionen Schweizer Franken zuzüglich aufgeschobener Zahlungen von bis zu 85 Millionen Schweizer Franken hat das Berliner Unternehmen für Europas zweitgrößten Spezialisten zur Vermietung und Verwaltung von etwa 40.000 Ferienhäusern gezahlt. Diese sollen bis 2029 in Tranchen fällig und aus regulären Finanzierungstätigkeiten gezahlt werden. Diese Transaktion werde voraussichtlich durch eine Kombination aus einer Erhöhung des Eigenkapitals der Gesellschaft gegen Bareinlage, einem erstrangig besicherten Darlehen sowie verfügbaren Netto-Barmitteln finanziert, heißt es weiter.

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