
Nach der Insolvenz von GTI und Sky Airlines ist nach wie vor unklar, für wie viele Urlauber eine alternative Rückreise organisiert werden muss. Insgesamt dürften es mehr als 1.000 sein, allein in der Türkei sind inzwischen mehrere hundert Passagiere gestrandet. Sie hätten am Dienstagmorgen ihre Heimflüge antreten sollen.
Am günstigsten ist die Situation für Sky-Passagiere, die über andere Veranstalter als GTI gebucht haben. Sie werden schnellstmöglich auf andere Airlines umgebucht.
In der Türkei wurde inzwischen ein Krisenstab eingerichtet, um betroffenen Reisenden den Rückflug zu organisieren. Involviert sind auch die Incoming-Agentur MTS und der Insolvenz-Versicherer Tourvers. Einen vollständigen Überblick gibt es derzeit jedoch noch nicht.
Angst, aus dem Hotel zu fliegen, müssten Urlauber aber nicht haben, heißt es bei MTS. Man werde alles daran setzen, Kulanzregelungen zu finden. Die Voucher neuer Gäste seien jedoch nicht mehr gültig. Von einer Anreise auf eigene Faust wird deshalb dringend abgeraten.
Auslöser der Pleite war offenbar nicht schlechtes Wirtschaften bei GTI selbst, sondern im Mutterunternehmen Kayi Group. Vor allem das Airline-Geschäft hatte dort zuletzt Millionenlöcher gerissen. Sowohl der Versuch, im Inlandsverkehr mit Sky Airlines Fuß zu fassen als auch die missglückte Gründung von German Sky sorgten für gewaltige Verluste. Am gestrigen Montag zogen türkische Banken dann die Reißleine – und überraschten damit auch die deutsche Tochter GTI.
Sämtliche Kundengelder von GTI sind über den Hamburger Insolvenzversicherer Tourvers abgesichert (Telefon: 040 / 2 44 28 80). Das gilt auch für Urlauber, deren GTI- oder Buchmal-Reise erst noch bevorsteht. Sky Airlines hat – wie alle Fluggesellschaften – keine Insolvenzabsicherung. Bezahlte Tickets werden nicht zurückerstattet. Auch Reisebüros mit ausstehenden Provisionsforderungen haben kaum Chancen, noch an ihr Geld zu kommen.
GTI Travel wurde 1994 gegründet, verwies zuletzt auf einen Jahresumsatz von rund 320 Millionen Euro und kam 2012 auf etwas mehr als 615.000 Gäste. Bekannt war der Veranstalter vor allem für seine preisaggressive Kalkulation, die über manche Qualitätsmängel hinwegtröstete. Das unternehmenseigene Design-Hotel Adam & Eve war zu Jahresbeginn bereits verkauft worden, um Geld in die Kassen zu spülen.


