
Mit Beginn dieses Jahres hat Studiosus nach sehr langer Zeit die Stornogebühren erhöht. Galten beispielsweise bis Ende des vergangenen Jahres 20 Prozent Stornogebühr bei einem Rücktritt bis 46 Tage vor Reisebeginn im Bereich Flug- und Bahnreisen, gilt dieser Prozentsatz jetzt bis 91 Tage vor Abreise. Ein weiteres Beispiel aus dem Bereich Kreuzfahrten: Wurden bisher bei Nichtantritt der Reise 50 Prozent des Preises fällig, sind es jetzt 90 Prozent.
Warum die Anpassung an „branchenübliche Bedingungen“ notwendig war, erläutert Geschäftsführer Peter-Mario Kubsch im aktuellen Studiosus-Kundenmagazin in der Rubrik „Sie fragen – Peter-Mario Kubsch antwortet“. Der Studiosus-Chef versichert, dass „dieser Schritt nicht leichtgefallen“ sei.
Veränderte Konditionen der Leistungsträger
Hintergrund der Entscheidung sei, dass sich die Konditionen vieler Leistungspartner verändert hätten. So verlangten Hotels und Fluggesllschaften immer früher die garantierte Abnahme – und somit auch die Bezahlung – von reservierten Kontingenten. Das gelte auch für den Fall, wenn Gäste von ihrer Reise zurücktreten würden. Eintrittskarten für beliebte Sehenswürdigkeiten oder Restaurantreservierungen müssten ebenfalls oft Monate im Voraus bezahlt werden. Eine Stornierungsmöglichkeit existiere meist nicht.
„Als Veranstalter von Gruppenreisen sind wir auf eine gewisse Planungssicherheit angewiesen, um eine wirtschaftlich sinnvolle Durchführung unserer Reisen sicherzustellen“, erläutert Kubsch. Je kurzfristiger die Stornierung durch einen Gast erfolge, desto unwahrscheinlicher sei der Wiederverkauf des frei gewordenen Platzes auf dieser Tour. „Für uns als Anbieter hat sich das Risiko, nicht in Anspruch genommene Leistungen bezahlen zu müssen, angesichts der strikteren Konditionen der Partner erhöht“, erläutert der Studiosus-Geschäftsführer.
Reiseversicherung empfohlen
Ganz bewusst wolle man dieses Risiko jedoch nicht in die Preise einkalkulieren, da die große Mehrheit der Gäste ihre Reise wie gebucht antrete. Peter-Mario Kubsch empfiehlt generell den Abschluss einer Reiseversicherung, die bei einem Rücktritt die anfallenden Stornokosten übernimmt.
Ein Beispiel für die veränderten Konditionen ist Lufthansa. Die Airline hatte kürzlich nach Protesten aus der Branche gegen die geplante Verschärfung der Stornoregelungen bei Gruppenbuchungen nachjustiert.


