Die Proteste in der Reisebranche gegen die von Lufthansa geplante Verschärfung der Stornoregelungen für Gruppenbuchungen zeigen Wirkung. Kurz vor Inkrafttreten der Änderungen am 5. Mai hat die Kranich-Airline nachjustiert. Wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilt, könne man die Bedenken insbesondere der Veranstalterpartner nachvollziehen, „gerade in der aktuell für alle Marktteilnehmer herausfordernden Zeit“. Jedoch sei es notwendig, Gruppenbuchungen verlässlicher zu machen und das kommerzielle Risiko ausgewogener zu verteilen.
Ursprünglich war geplant, dass die im Fall einer Komplettstornierung einer Gruppe erhobene Reservation Fee im Zeitfenster ab 180 Tagen vor Abflug künftig als prozentualer Wert in Abhängigkeit vom Flugpreis und Zuschlägen berechnet wird. Zuvor waren Stornierungen bei Gruppenbuchungen bis 61 Tage vor Abreise gegen eine pauschale Gebühr von 200 Euro möglich.

Berücksichtigt wird Zuverlässigkeit der Partner
Diese geplante Änderung wird jedoch nun nach laut Lufthansa „intensiven Dialogen mit Partnern und Verbänden“ angepasst. Konkret bedeutet dies, dass die genannten Fristen mit der durchschnittlichen Realisierungsquote der angefragten Gruppenplätze verknüpft werden, teilt die Sprecherin mit. Heißt: Lufthansa berücksichtigt die Zuverlässigkeit der Partner. Unternehmen mit einer niedrigen Stornierungsquote erhalten eine verkürzte Frist von 150 beziehungsweise 120 Tagen für die prozentual erhobene Reservation Fee.
Wie die Sprecherin weiter mitteilt, wird ein Großteil der Partner von diesen verkürzten Fristen profitieren. Auch Partner mit bislang geringerer Realisierungsquote können jedoch künftig bessere Konditionen erhalten, sofern sie ihre Quote steigern. Details dazu würden individuell vereinbart.
Ziel der Anpassungen sei es, so die Sprecherin, „unseren Partnern auch zukünftig ein attraktives Gruppenangebot unterbreiten zu können, das Planbarkeit für ihr Geschäft durch frühzeitigen Zugang zu Kapazität und Preisen und eine effiziente Abwicklung ermöglicht“.


