Experten warnen vor Kerosinmangel im Sommer

Die Warnungen vor einem Treibstoffmangel infolge des Nahost-Kriegs werden lauter. Nachdem sich in den vergangenen Tagen und Wochen bereits Airline-Vertreter wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr geäußert hatten, macht nun die Internationale Energieagentur (IEA) auf die Dringlichkeit dieses Problems aufmerksam.

Ein Verkehrsflugzeug wird am Flughafen betankt, deutlich ist der Tankstutzen unter dem Flügel sowie ein gelber Betankungsschlauch zu sehen. Das Bild zeigt den Prozess der Flugzeugbetankung am Boden bei blauem Himmel.
Das Kerosin könnte schnell knapp werden – auch in Europa, warnen Experten. Foto: Chalabala/iStock

IEA-Chef Fatih Birol sagte der Nachrichtenagentur AP, dass die Treibstoffvorräte für Flugzeuge in Europa vielleicht noch für etwa sechs Wochen reichten. Falls die blockierte Straße von Hormus weiterhin gesperrt bleibe und Lieferungen ausblieben, müssten schon bald Flüge gestrichen werden.

IEA spricht von „größter Energiekrise“

Für die IEA stellt sich die Situation durchaus dramatisch dar. Die Sperrung der Meerenge am Persischen Golf habe die „größte Energiekrise ausgelöst, mit der wir je konfrontiert waren“, so Birol. Je länger die Situation andauere, „desto schlimmer wird es für das Wirtschaftswachstum und die Inflation in der ganzen Welt“.

Dem IEA-Chef zufolge hat die Blockade insbesondere auf einige Regionen in Asien Japan, Südkorea, Indien oder China Auswirkungen. Doch auch Europa und die USA werde es treffen.

Zuvor hatte bereits der europäische Dachverband der Flughäfen (ACI Europe) gegenüber der EU-Kommission die Sorge geäußert, dass ab Anfang Mai eine Kerosinknappheit eintreten könnte, wenn sich die Lage in der Straße von Hormus nicht ändere. Dieser Engpass könne die Sommersaison beeinträchtigen.

Deutschland und EU wollen beruhigen

Die EU-Kommission dagegen betont, bislang gebe es keine Hinweise auf Treibstoffmangel. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht bislang keine drohende Knappheit von Flugzeugtreibstoff in Deutschland. Jedoch schließt auch die EU nicht aus, dass es „insbesondere bei Flugkraftstoffen in der nahen Zukunft zu Versorgungsengpässen“ kommen könne.