Dass die Lufthansa-Gruppe nach den zahlreichen Flugstreichungen im Sommer ihr Sparprogramm auch im nächsten Winterflugplan fortsetzen will, ist schon bekannt. Jetzt hat das Management angekündigt, das Kurzstreckennetz auch in den kommenden Jahren weiter auszudünnen.

Die Lufthansa-Gruppe wird in den nächsten Jahren weitere Kurzstrecken streichen. Foto: Lufthansa Group
„Gezielt Kapazität reduzieren“
„Wir werden immer dann gezielt Kapazität auf der Kurzstrecke reduzieren, wenn es wirtschaftlich geboten ist“, so Konzernvorstand Dieter Vranckx gegenüber dem Handelsblatt. Das sei ein fortlaufender Prozess, bei dem aber die Verbindungsqualität des Netzwerkes erhalten bleiben müsse. Dem Chief Commercial Officer zufolge soll die Konsolidierung im Kontinentalverkehr größtenteils spätestens 2028 abgeschlossen sein. Konkrete Streichpläne nennt Vranckx aber nicht.
Die Straffung des Streckennetzes erfolgt laut Lufthansa aus wirtschaftlichen und strukturellen Gründen. „Es ist für die gesamte Gruppe wirtschaftlich nicht sinnvoll, jeden Flughafen von jedem unserer sechs Drehkreuze anzufliegen“, so der Manager. Zudem schmälerten Verluste auf der Kurzstrecke die Gewinne, die der Konzern auf Langstrecken erziele. Das sei „nicht nachhaltig“.

LH-Vorstand Dieter Vranckx will „gezielt Kapazität reduzieren“. Foto: Lufthansa Group
Wirtschaftsregionen sollen angebunden bleiben
Als Konsequenz fliegt die Kernmarke Lufthansa deutsche Wirtschaftsregionen künftig seltener direkt an, die Regionalflug-Tochter Cityline wurde im Frühjahr gleich ganz eingestellt. Dies hat unter anderem zur Folge, dass viele Direktstrecken weggefallen sind und Passagiere öfter über Drehkreuze der Gruppe umsteigen müssen.
Dieter Vranckx versichert aber: „Wir wollen Deutschlands wichtige Wirtschaftsregionen auch künftig anfliegen.“ Ziel bleibe es, ein Einzugsgebiet immer mindestens an ein Drehkreuz und damit auch an das Langstreckennetz anzubinden. Allerdings sei das „angesichts der enorm hohen Standortkosten in Deutschland wirtschaftlich leider nicht immer umsetzbar“.
Veränderungen auf dem europäischen Flugmarkt
Der Lufthansa-Manager verwies auch auf generelle strukturelle Herausforderungen des europäischen Luftverkehrs. „Es wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Europa noch ein paar Veränderungen geben. Das Europageschäft ist für Lufthansa, aber auch für viele andere Airlines eine Herausforderung.“



