Mo 14.03.16

Türkei: Wie ist das Jahr noch zu retten?


Noch sind Touristen Mangelware: Hafen von Alanya im Osten der Riviera-Küste. Foto: mg

Noch sind Touristen Mangelware: Hafen von Alanya im Osten der Riviera-Küste. Foto: mg

Die öffentliche Kritik von Kadir Ugur an der aktuellen Tourismuspolitik der Türkei ist angekommen: Nach einem ersten Gespräch auf der ITB wird der Chef von Bentour Reisen in diesen Tagen ein zweites Mal den türkischen Tourismusminister Mahir Ünal treffen. Dabei will er ihm seine Ideen präsentieren, wie das Land aus der aktuellen Tourismusflaute kommen kann.

Einer der Vorschläge: „Wir müssen dringend das Image unseres Landes verbessern und in großen Zügen in Werbung investieren.“ Ugur empfiehlt dabei eine enge Zusammenarbeit mit Veranstaltern und Reisebüros – und nicht nur mit den Airlines.

Die haben auf der ITB die Zusage für eine weitere Treibstoffunterstützung für sämtliche Charter-Flüge über April und Mai hinaus erhalten. 6.000 Dollar gibt es als Zuschlag pro Flug von der Regierung – egal wie groß die Maschine ist. Zuvor hatte das türkische Finanzministerium bereits Steuererleichterungen für Hoteliers beschlossen.

Vor allem Häuser der Drei-Sterne-Klasse steht das Wasser aufgrund der fehlenden Buchungen oft bis zum Hals. Höherwertige Unterkünfte sind dagegen oft relativ gut gebucht und werden keine weiteren Preisnachlässe gewähren. „Die Preise sind jetzt schon auf Last-Minute-Niveau. Das geht nicht weiter nach unten“, ist Alltours-Chef Willi Verhuven überzeugt.

Aus Sicht von Mutlu Sagsözlü, Marketing-Chef der Gloria Hotels, sollten die türkischen Hoteliers die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, über das eigene Geschäft nachzudenken. „Was haben wir falsch gemacht, was können wir besser machen?“, fragt der Manager. Zu den Erkenntnissen gehört für ihn, dass die Konzentration auf ein oder zwei Märkte Risiken birgt und viele Hoteliers stärker und kontinuierlicher ins Marketing investieren müssten.

Tourismusminister Ünal hat unterdessen die große Politik im Visier. „Tourismus steht für einen Esprit des Friedens – daran müssen wir auch künftig anknüpfen.“ Im Mittelpunkt stünden für ihn dabei eine engere Zusammenarbeit mit Griechenland im Kulturtourismus, Strategien für nachhaltigen Tourismus, eine vergrößerte Produktvielfalt in der Türkei und hohe Dienstleistungsstandards. Ziel müsse sein, „touristische Angebote für das gesamte Kalenderjahr zu haben“, verweist Ünal unter anderem auf Gesundheits- und Aktivurlaub.

Davon abgesehen sollen Sonne, Strand und Meer „wichtige Assets“ für den Türkei-Tourismus bleiben, betont der Minister. Ob er dafür in den nächsten Tagen die richtige Weichen stellt, wird sich zeigen. „Das Jahr ist noch nicht verloren. Denn es gibt viele Familien, die bislang noch keinen Sommerurlaub gebucht haben“, bleibt Songül Göktas-Rosati, Chefin von Öger Tours, optimistisch.

 

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