Mi 23.12.15

Booking.com will Berufung einlegen


Bei Booking.com gibt es von Februar an keine Bestpreisklausel mehr. Screenshot: ta

Bei Booking.com gibt es von Februar an keine Bestpreisklausel mehr. Screenshot: ta

Das Online-Portal Booking.com muss bis zum 31. Januar 2016 die Bestpreisklauseln vollständig aus den Verträgen und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen entfernen, soweit sie Hotels in Deutschland betreffen. Das Bundeskartellamt hat dem Online-Portal die weitere Verwendung der Bestpreisklauseln untersagt.

Nach einer Abmahnung Ende März hatte Booking.com, die so genannte „weite Bestpreisklausel“ aus den Vertragsbedingungen genommen. Nach dieser mussten sich die Hotels verpflichten, Booking den günstigsten Preis, die höchstmögliche Zimmerverfügbarkeit und die günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen für die Online- und Offline-Buchungskanäle zur Verfügung zu stellen.

An der „engen Bestpreisklausel“ hatte das Portal aber festgehalten. Das bedeutete: An der Rezeption des Hotels, auf der Homepage oder bei einer telefonischen Reservierung darf der Zimmerpreis des Hotelanbieters nicht dem von Booking.com entsprechen oder gar darunter liegen.

„Auch diese so genannten engen Bestpreisklauseln beschränken sowohl den Wettbewerb zwischen bestehenden Portalen als auch den Wettbewerb zwischen den Hotels selbst. Sie verletzen die Preissetzungsfreiheit der Hotels auf ihren eigenen Online-Vertriebskanälen“, sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, in der Begründung.

Außerdem werde der Marktzutritt neuer Plattformanbieter erheblich erschwert. Aufgrund der Bestpreisklauseln bestehe kaum ein Anreiz für die Hotels, ihre Zimmer auf einer neuen Plattform günstiger anzubieten, solange sie diese Preissenkungen auf ihren eigenen Webseiten nicht nachvollziehen könnten.

Booking.com will gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts Berufung einlegen. Das Bundeskartellamt sei die einzige Wettbewerbsbehörde in Europa, die Online-Reisemittlern die Anwendung der eingeschränkten Ratenparitätsklausel in den Vereinbarungen mit Hotels und Unterkünften untersage, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Online-Vermittler weist darauf hin, dass den nationalen Wettbewerbsbehörden in einigen anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Großbritannien die „weiten Bestpreisklauseln“ genügten. Der deutsche Markt unterscheide sich nicht von den Marktgegebenheiten in diesen Ländern, insofern sei ein Sonderweg des Bundeskartellamts auch nicht gerechtfertigt.

„Wir sind der Ansicht, dass die Entscheidung mangelhaft ist, da sie die Vorteile, die Online-Hotelbuchungsportale wie Booking.com gegenüber Kunden und Unterkünften erbringen, nicht anerkennen“, erklärt Gillian Tans, Präsidentin von Booking.com.

„Online-Reisevermittler wie wir bieten Reisenden in der ganzen Welt Transparenz, Auswahl und zusätzlichen Nutzen, indem wir Informationen über hunderttausende Unterkünfte aggregieren. Dadurch sparen Verbraucher Zeit und Geld", meint sie. „Sie profitieren von der erhöhten Preistransparenz, ohne eine Vielzahl von Hotel-Webseiten auf den günstigsten Preis prüfen zu müssen.“

Die Kartellwächter hatten dem Mitbewerber HSR bereits Ende 2013 die Bestpreisklausel verboten. Auch ein Verfahren gegen Expedia läuft.

 

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