WM-Serie: Neuseeland zwischen Hobbiton und Haka

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Ein Fußball schwebt über einem grünen Spielfeld mit einer großen, stilisierten Zahl zwei im Hintergrund.

Die bekannteste Sportmannschaft Neuseelands trägt Schwarz. Die Rugby-Nationalmannschaft, die „All Blacks“, ist weltweit eine Institution. Die Fußballer entschieden sich deshalb für einen naheliegenden Spitznamen: Weil sie traditionell in weißen Trikots auflaufen, heißen sie „All Whites“.

Auch sie schrieben schon Fußballgeschichte – allerdings auf kuriose Weise. Bei der Weltmeisterschaft 2010 blieb Neuseeland als einzige Mannschaft des gesamten Turniers ungeschlagen. Drei Unentschieden gegen die Slowakei, Italien und Paraguay bedeuteten allerdings trotzdem das Aus in der Vorrunde.

Zwischen Fjorden und Filmkulissen

Neuseeland gehört zu den spektakulärsten Reisezielen der Welt. Zu den touristischen Höhepunkten zählen der Milford Sound im Fiordland-Nationalpark, die Gletscher Franz Josef und Fox Glacier, die Geothermalgebiete rund um Rotorua sowie der Tongariro-Nationalpark mit seinen Vulkanlandschaften.

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Eine lächelnde Flugbegleiterin in roter Uniform steht vor einem Freebird-Logo und präsentiert ein Buchungsangebot für Flüge.

Weltberühmt wurden die Landschaften vor allem durch die Filmtrilogien „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Regisseur Peter Jackson entdeckte Ende der 1990er-Jahre bei einem Hubschrauberflug die Schaffarm der Familie Alexander auf der Nordinsel – und erkannte darin sofort das perfekte Auenland.

Was zunächst nur als Filmkulisse gedacht war, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Touristenattraktionen Neuseelands. Die Familie Alexander betreibt ihre Schaf- und Rinderfarm bis heute, empfängt inzwischen aber Hunderttausende Besucher pro Jahr in Hobbiton. Die kleinen Hobbit-Häuser blieben nach den Dreharbeiten stehen und locken Fans aus aller Welt an.

Der Papagei, der Autos zerlegt

Wer seinen Mietwagen in den Bergen der Südinsel abstellt, sollte vor dem Aussteigen kurz nach oben schauen. Mit etwas Pech sitzt dort schon ein Kea. Der einzige Alpenpapagei der Welt gilt als einer der intelligentesten Vögel überhaupt – und macht sich einen Spaß daraus, Gummidichtungen aus Autotüren zu ziehen, Scheibenwischer zu zerlegen oder unbeaufsichtigte Rucksäcke nach Essbarem zu durchsuchen. Davon bleibt auch die Polizei nicht immer verschont:


Kein Wunder also, dass in manchen Nationalparks nicht nur vor Steinschlag gewarnt wird, sondern ausdrücklich auch vor dem frechen Vogel. Während der Kiwi als Nationalsymbol Neuseelands eher scheu und nachtaktiv lebt, sucht der Kea ganz bewusst die Nähe zum Menschen – sehr zur Freude der Besucher, deutlich weniger zur Freude mancher Autobesitzer.

Dass Neuseeland eine so außergewöhnliche Vogelwelt besitzt, hat einen besonderen Grund. Millionen Jahre lang gab es auf den Inseln fast keine Landsäugetiere. Viele Vogelarten übernahmen deshalb Rollen, die anderswo Säugetieren vorbehalten sind. Einige verloren im Laufe der Zeit sogar die Fähigkeit zu fliegen – darunter auch der Kiwi.

Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke

Für die Māori heißt Neuseeland nicht New Zealand, sondern Aotearoa – meist übersetzt als „Land der langen weißen Wolke“. Rund 900.000 Māori leben heute im Land, ihre Kultur prägt Neuseeland bis heute.

Weltweit bekannt wurde sie vor allem durch den Haka. Der ausdrucksstarke Tanz ist ein wichtiger Bestandteil der Māori-Kultur und wird zu unterschiedlichen Anlässen aufgeführt – etwa zur Begrüßung von Gästen, bei feierlichen Zeremonien oder als Zeichen des Respekts. Internationale Bekanntheit erlangte der Haka vor allem, weil ihn die Rugby-Nationalmannschaft, die All Blacks, vor ihren Spielen aufführt.

Die All Whites überlassen diese Tradition bislang den Rugby-Stars. Ob sich das eines Tages ändert? Einen Versuch wäre es vielleicht wert. Bei der aktuellen Weltmeisterschaft jedenfalls hat es leider nicht geklappt.