Kreuzfahrten

Kreuzfahrt-Gegner planen Demos vor TUI-Reisebüros

Die Kreuzfahrt-Gegner kritisieren unter anderem TUI Cruises

Die Kreuzfahrt-Gegner kritisieren unter anderem TUI Cruises. Foto: ck

Am Samstag wollen rund 200 Aktivisten vor zwei Kieler Reisebüros demonstrieren. Zudem sind Redebeiträge vor den Büros geplant. Hintergrund ist eine Kundgebung, die unter anderem von der „Initiative gegen Kreuzfahrtschiffe“ organisiert wird, die sich gegen den Kreuzfahrt-Tourismus richtet.

Nach Ansicht von Julia Schröder von der Turbo Klima Kampfgruppe Kiel, die ebenfalls an der Demo teilnimmt, sind Reisebüros ein elementarer Bestandteil der Kreuzfahrtindustrie. „Wir haben das Ziel, den Boom der gesamten Branche zu stoppen. Da gehören eben auch Reisebüros dazu“, sagt sie.

Reedereien seien auf Möglichkeiten, ihre Reisen zu verkaufen, angewiesen. Gerade bei Kreuzfahrten wünschten Menschen Beratung, weil das Angebot sehr unterschiedlich sei. „Zudem ist die gesamte Branche auf ein gutes Image angewiesen. Deswegen gehen wir dahin, wo dieses gute Image propagiert wird“, so die Aktivistin.

Die erste Kundgebung ist vor dem TUI-Reisebüro in der Andreas-Gayk-Straße geplant. Die zweite soll laut Schröder vor dem TUI-Reisecenter in der Prinzenstraße stattfinden. Auf die Frage, warum gerade diese Reisebüros ausgewählt wurden, erklärt Schröder, dass TUI seit Jahren dabei sei, die eigene Kreuzfahrtsparte auszubauen. „Deshalb ist TUI schon seit Jahren Ziel von Kreuzfahrtgegner“, so Schröder. Es hätte aber auch jedes andere Reisebüro treffen können, das Kreuzfahrtreisen bewirbt. Die TUI-Reisebüros lägen nur besonders gut auf der Demo-Route.

Die Kundgebung soll um 13 Uhr am Kieler Hauptbahnhof starten.

Kommentare (3)

  • Kurt Wilks
    am 11.07.2019
    Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum diese "Demonstranten" mit dem Begriff "Aktivisten" in der Öffentlichkeit und der Presse, leider auch bei unseren Touristikverlagen, verharmlost werden. Beim letzten Mal in Kiel wurde unter bewußter Gefährdung von Menschenleben gesetzwidrig in den Schiffsverkehr eingegriffen. Es waren Straftäter! Nennt man Einbrecher demnächst vielleicht zukünftig auch "Eigentumsaktivisten", wenn es ein neuer Hype wird, Eigentum umzuverteilen. So wird zusätzlich der Öffentlichkeit suggiert, das wäre was tolles, was die dort veranstalten. Deswegen heißen die ja neuerdings auch "Kampftruppe Kiel". Toller Name für friedliche Leute, die nur ihre Meinung sagen wollen. Jeder sollte seine Meinung sagen können, aber nur wenn er sich an Recht und Gesetz hält.. Und wenn nicht, dann bitte nicht mehr dieses positiv anmutende Wort "Aktivisten" für diese Leute in den Mund nehmen....Ja, wir als Reisebüros verkaufen Kreuzfahrten, und das tun die meisten auch gerne. Denn gerade die deutschen Anbieter TUI Cruises und besonders AIDA, setzen auf neue umweltschonende Antriebskonzepte, die als Vorreiter für die gesamte Schifffahrt gelten sollten. Nur wenn man die umweltfreundlicheren Anbieter unterstützt, kann Druck aufgebaut werden, um auch zukünftig den riesigen Frachtverkehr mit seiner wirklichen Umweltverschmutzung auf die richtige Bahn zu lenken. Mit weltweit 253 Kreuzfahrtschiffen zu rund 50.000 Frachtschiffen, werden die Kreuzfahrer trotz ihres marginalen Anteils verpönt, obwohl sie innovative Umweltkonzepte mit einbringen, anstatt dass sich diese Typen mal auf die richtigen Dreckschleudern der Frachtschifffahrt stürzen. Aber das ist wohl nicht der heutige Hype, wo alle mitmachen wollen.... Liebe Demonstranten verzichtet dann doch lieber mal auf euer Handy oder die Kleidung aus Fernost, die durch die Frachtschifffahrt zu den Klimakillern der TOP Ten gehören.. oder streicht doch mal Apfelsinen, Bananen oder andere exotische Südfrüchte von eurem Speiseplan. Das bringt effektiv wesentlich mehr CO2 Einsparung. In diesem Sinne hoffe ich , dass demnächst zumindest unsere Touristikpresse realitätsnaher berichten wird... Ich bin gespannt!
  • Dietmar Rauter
    am 11.07.2019
    Ich habe ja Verständnius dafür, daß Kollegen um ihren Job fürchten, wenn es ernst wird mit einem nachhaltigen Bremsen in Bezug auf den Klimawandel. Ich habe jetzt sehr viele Gespräche mit Rückkehrern von Kreuzfahrten (am Bahnsteig, Warten auf die Heimreise) geführt und bin immer wieder erschüttert, mit welch geringen Ansprüchen viele Menschen auf die Reise gehen, nur um einmal vom Alltag loszukommen. Es ist eine Generation, die in die Mobilität und in den TV-Konsum hineingewachsen ist und sich quasi in Bezug auf Lebensqualität aufgegeben hat. Für sie hätte es vollkommen ausgereicht, wenn das Schiff im Hafen geblieben wäre, etwas bessere Unterhaltung und Verpflegung und 3 D- Filme von den Zielgebieten gegeben hätte (die norwegischen Fjorde ohne Smog!) . Hoffentlich erreichen die jungen Leute von Fridays for Future ihre älteren Verwandten (un uns!) , um diese Generation darüber aufzuklären, wie es um diesen Planeten steht.
  • Florian Clasen
    am 14.07.2019
    Danke Herr Rauther , ich unterschreibe jedes einzelne ihre Worte.

    Nachdem die Kreuzfahrteeedereien in kurzer Zeit soviel umgesetzt haben für mehr Nachhaltigkeit, wäre es an der Zeit das der Frachtverkehr nachzieht.

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