Best-Reisen: Wie sich Roksana Pilat um die Nachwuchs-Offensive kümmert

Eine junge Frau mit langen braunen Haaren und Brille lächelt in die Kamera
Ausbildungs-Expertin Roksana Pilat. Foto: Best-Reisen

Seit vergangenem Jahr verantwortet Roksana Pilat die Nachwuchs-Offensive von Best-Reisen – eine Aufgabe, die sie mit großer Leidenschaft angeht. Die 27-jährige Tourismuskauffrau bringt dafür nicht nur praktische Erfahrung aus dem Reisebüro mit, sondern auch fundiertes wissenschaftliches Know-how. Bereits während ihres Studiums an der IU Internationalen Hochschule setzte sie sich intensiv mit den Anforderungen an die Ausbildung im stationären Vertrieb auseinander. In ihrer Bachelorarbeit analysierte sie den Fachkräftemangel in Reisebüros und untersuchte, wie sich die Attraktivität des Berufs nachhaltig steigern lässt.

Für ihre Studie befragte sie aktuelle und ehemalige Mitarbeitende sowie Inhaber von Reisebüros. Das Ergebnis war eindeutig: Neben der Begeisterung für Reisen und Beratung, die viele Beschäftigte mitbringen, belasten vor allem geringe Vergütung, fehlende Work-Life-Balance, Defizite im Betriebsklima und mangelnde Entwicklungsperspektiven die Branche. Fast die Hälfte der Befragten hatte bereits über einen Wechsel nachgedacht. Besonders ehemalige Fachkräfte nannten fehlende Karrierechancen und unzureichende finanzielle Anreize als Hauptgründe für ihren Ausstieg.

Viele Stellschrauben

Pilat sieht deshalb mehrere Stellschrauben: flexiblere Arbeitszeitmodelle, leistungsabhängige Gehaltsbestandteile, zusätzliche Benefits und eine stärkere Modernisierung der Ausbildung. Kritisch bewertet sie zudem die teils veralteten Lehrpläne an Berufsschulen, in denen Destinationswissen oft zu kurz kommt – obwohl genau dieses Insider-Know-how ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber Online-Anbietern sein kann. Gleichzeitig fehle im oft hektischen Reisebüro-Alltag nicht selten die Zeit, sich intensiv um Auszubildende zu kümmern. Dass manche Azubis selbst im zweiten Lehrjahr noch keine eigenen Kundengespräche führen, hält sie für demotivierend.

Umso wichtiger sei es, Nachwuchskräften früh Verantwortung zu übertragen und ihnen Vertrauen zu schenken. Junge Talente könnten etwa Social-Media-Kanäle betreuen, Kunden-Events mitgestalten oder in Projekte eingebunden werden. Ein besonderer Motivationsschub gehe zudem von Inforeisen aus, die Begeisterung wecken und Identifikation mit dem Beruf fördern. „Das ist der Punkt, der junge Leute catcht und Leidenschaft für unsere Branche erzeugt“, sagt sie.

Ziel: Junge Menschen für die Reisebranche begeistern

Genau hier setzt die Nachwuchs-Offensive von Best-Reisen an. Das Programm kombiniert Praxisformate, Verkaufs- und Soft-Skill-Trainings, Destinationswissen und den engen Austausch mit Leistungsträgern. Die Abschlussfahrt, die erstmals im Rahmen der Jahrestagung stattfindet, bietet zusätzliche Einblicke und Vernetzung. Pilat begleitet viele Azubis über mehrere Durchgänge hinweg und beobachtet dabei deutliche Entwicklungsschritte. Ihr Ziel: jungen Menschen die Unterstützung zu geben, die sie im Schulalltag oft vermissen – und sie langfristig für die Reisebranche zu begeistern.

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