Linnhoff appelliert an Andryszak

VUSR-Chefin Marija Linnhoff hat sich in einem Video direkt an TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak gewendet
VUSR-Chefin Marija Linnhoff hat sich in einem Video direkt an TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak gewendet. Foto: VUSR

Mehr als 700 Zugriffe allein in ta-Counter, der geschlossenen Facebook-Gruppe von touristik aktuell, und unzählige Kommentare: Ein Video von VUSR-Chefin Marija Linnhoff hat in den vergangenen Tagen in den sozialen Medien für Furore gesorgt.

Mit diesem reagiert Linnhoff mit markigen Worten auf ein Interview von TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak bei dem Reisepodcast „Hin & Weg“. Andryszak hatte in diesem einmal mehr den Digital-Kurs von TUI Deutschland verteidigt und eine stärkere Digitalisierung in der Touristik angemahnt.

Mit deutlichen Worten fordert die VUSR-Chefin Andryszak auf, sich mit den Reisebüros an einen Tisch zu setzen und mit ihnen auf Augenhöhe zu kommunizieren. „Wie wäre es denn mal mit einem Gespräch, wie wäre es denn mal mit einem Kompromiss, wie wäre es denn mal mit gemeinsam? Sie können doch nicht ernsthaft annehmen, dass es nur Trottel im deutschen Reisebüro-Vertrieb gibt, die Ihnen den Hintern gerettet haben während der Krise“, sagte Linnhoff.

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Kampf um Handelsvertreterstatus

Darüber hinaus kündigt sie an, um den Handelsvertreterstatus kämpfen zu wollen, „so lange es irgendwie geht“. Linnhoff verwies auf die Partnerschaft zwischen Vertrieb und Veranstalter, deren Weg TUI nicht allein bestimmen werde. „Schon gar nicht, wenn Sie die Gelder der Kunden gerade als Bürgschaft haben, nämlich Steuergelder.“

Kein Mensch sei gegen TUI, führt Linnhoff weiter aus. „Im Gegenteil, TUI hat gute Produkte. Aber nicht um jeden Preis. Sie treiben ja die Reisebüros dahin, dass sie Euch nicht mehr verkaufen.“

Überwiegend positive Reaktionen

Die Reaktionen auf das Video waren überwiegend positiv: „Längst überfällig“, „Uns aus der Seele gesprochen“ und „Wir sind für Gespräche bereit“, kommentierten zahlreiche Reiseverkäufer die Ausführungen der VUSR-Chefin. Ob es zu einem Gespräch mit TUI kommen wird, ist unklar. Auf Anfrage sagte eine Sprecherin, das Video nicht kommentieren zu wollen.

Die geschlossene Facebook-Gruppe von touristik aktuell finden Sie hier. Da in dieser vor allem Themen diskutiert werden sollen, die in der Branche für Zündstoff sorgen, erhalten nur aktive Touristiker Zugang. Anfragen werden zeitnah freigeschaltet.

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