RTK testet KI-Voicebot für B2B-Service

Die Reisebüro-Kooperation RTK testet in ihrer Zentrale in Burghausen einen KI-gestützten Voicebot für den B2B-Service. Zunächst soll das System außerhalb der Geschäftszeiten Anrufe annehmen und so Partnerbüros die Möglichkeit geben, Anliegen auch dann zu platzieren, wenn gerade niemand erreichbar ist. Nach Angaben des Unternehmens ist das Teil der breit angelegten Digitalstrategie rund um das KI-System „Toni“.

Der Voicebot nimmt Anrufe mit einer weiblichen Stimme entgegen, sortiert die Anliegen und erstellt automatisch ein Gesprächsprotokoll, das an die zuständige Fachabteilung weitergeleitet wird.

Entwickelt wurde die Lösung gemeinsam mit dem 18-jährigen Gründer Niclas Rauchfuß. „Gerade im B2B-Umfeld sind Erreichbarkeit und Geschwindigkeit entscheidend“, sagt Rainer Gnyp, Bereichsleiter von Mein Reisebüro24. Ziel sei es, Anfragen systematisch zu erfassen, ohne dass Informationen mehrfach geschildert werden müssen.

Mehr als nur Anrufe annehmen

Langfristig soll das System mehr können als dokumentieren und weiterleiten. Geplant ist, dass Standardanliegen künftig eigenständig gelöst und Termine automatisiert koordiniert werden. Komplexere oder individuelle Fälle sollen weiter bei Beschäftigten landen. „Wir setzen Toni nicht ein, um Menschen zu ersetzen, sondern um ihre Arbeit noch wirksamer zu machen“, erläutert Rainer Gnyp.

Person hält Smartphone mit KI-Assistenten auf dem Display, der Sprachinteraktion anbietet; unscharfer Hintergrund deutet auf Arbeitsplatz oder Reiseumfeld hin.
Bei RTK übernimmt ab sofort KI-Assistent Toni das Telefon. Foto: Keeproll/iStock

Parallel testet das Unternehmen erste Sprachlösungen für den Endkundenbereich in Reisebüros. Außerdem wurde mit „Mia“ zuletzt eine KI-Hotline freigeschaltet, die Partnerbüros rund um die Uhr Fragen zur aktuellen Lage im Nahen Osten beantwortet.

Toni selbst entwickelt sich nach Angaben von RTK Schritt für Schritt zu einer durchgängigen Infrastruktur entlang der gesamten Service- und Vertriebsprozesse. Von Chatbot über Angebotsunterstützung bis hin zur telefonischen Erreichbarkeit entstehe ein integriertes System, das Prozesse strukturiert, Informationen bündelt und menschliche Expertise gezielt ergänze, heißt es.