Rückvergütung: Anbieter reagiert auf Steuerurteil

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Der Reisebaron in Aachen gewährt Rückvergütungen von bis zu sechs Prozent
Der Reisebaron in Aachen gewährt Rückvergütungen von bis zu sechs Prozent. Screenshot: ta

Das Aachener Reisebüro „Der Reisebaron“ hat als einer der ersten großen Rückvergüter in der Branche auf das Steuerurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Januar dieses Jahres reagiert. Die Rückvergütung sinkt damit im Schnitt um ein Prozent.

Auf Reisen mit Katologveranstaltern zahlt Der Reisebaron nunmehr fünf Prozent Rückvergütung, auf Reisen von Last-Minute-Anbietern und X-Veranstaltern gibt es vier Prozent. Bei Kreuzfahrten bleibt die Rückvergütung von sechs Prozent stabil. Zudem zahlt das Reisebüro seit Februar die Rückvergütung erst 60 Tage nach Rückreise und damit später als zuvor. Als Grund wird im Gästebuch des Online-Auftritts allerdings nicht der EuGH, sondern die Sepa-Umstellung genannt.

Die Schuld an den Änderungen gibt das Reisebüro, das rund 20 Mitarbeiter beschäftigt und für Flughafentransfers einen eigenen Fuhrpark unterhält, dem Finanzamt. Dieses erstatte „leider keine Mehrwertsteuer mehr, so dass wir mehr Unkosten aufbringen müssen“, heißt es in einem Statement, das inzwischen wieder von der Homepage gelöscht wurde.

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Die Aussage ist jedoch nur zum Teil richtig: Der Europäische Gerichtshof hatte vielmehr entschieden, dass Rückvergüter jenes Geld, das sie dem Kunden nach der Reise zurückerstatten, beim Berechnen der Umsatzsteuer nicht mehr von der Provision abziehen dürfen.

Der Reisebaron ist das frühere Reisebüro Atlas Reisen Küppers und heute Franchise-Nehmer bei der DER-Kette. Die Agentur ist nicht der einzige große Rückvergüter. Weitere bekannte Namen sind Ihr Reiselöwe in Leipzig, Urlaubsplus in Deggendorf sowie PTG in Hamburg.

Rückvergütungen sind juristisch erlaubt. Gern gesehen sind sie in der Branche aber nicht, da sie das Produkt Urlaub zur Ramschware machen und in vielen Fällen – vor allem im Marketing über Banken und Sparkassen – zum so genannten Beratungsklau bei Reisebüros führen.

Entsprechend distanziert zeigt man sich in der Kölner Zentrale von DER Touristik Partner: „Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von der Praxis der Rückvergütung. Wie in einer guten und langjährigen Beziehung üblich, suchen wir hier aktuell das direkte Gespräch mit unserem Partner“, sagt Michael Dohmen, der die Franchise-Schiene des DER gemeinsam mit Claudia Blum leitet.

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