VUSR: So stellt sich der Verband neu auf (mit Bildergalerie)

Der neue und erweiterte VUSR hat Ansprüche an Anteile am Deutschen Reisesicherungsfonds geltend gemacht. Der VUSR gehört nach eigener Auffassung zu diesem Fonds dazu, allein schon durch den bisherigen Ausschluss von TUI.

Der Marktführer ist bekanntlich kein Mitglied beim DRV mehr, der wiederum größter Gesellschafter beim DRSF ist. „Das ist okay und kann auch so bleiben. Aber es geht um Transparenz in der Branche. Deshalb gehören wir dazu“, so VUSR-Chefin Marija Linnhoff.

Unter dem Dach des DRSF versichern sich Pauschalreiseveranstalter für den Fall ihrer Insolvenz. Jüngste Schlagzeile war die Rückkehr von Andreas Gent als Geschäftsführer, aktuelle Gesellschafter sind neben dem DRV das Forum Anders Reisen, der ASR, der Busverband RDA und der Online-Verband VIR.

Drei Personen stehen in einer Flughafenhalle und halten ein Schild mit der Aufschrift „VUSR Bundesverband – TFS Delegation“. Im Hintergrund sind Schalter, ein Taxi-Hinweis und ein Wechselbüro zu sehen.
Hier noch mit dem alten Logo, aber der Power von TUI: VUSR-Mitglieder Heike und Alfons Kissel (rechts) vom Aktiv Reisebüro Dahn. Foto: mg

Verband will „Stimme der Touristik“ sein

Auch sonst ändert sich mit dem neuen Namen des VUSR einiges bei dem bisherigen Reisebüro-Verband. Fortan steht das Kürzel für „Verband unabhängiger selbstständiger Reiseunternehmen“ und ist offen für die gesamte Branche.

Willkommen sei „jeder, der sich für unabhängig hält und selbstständig arbeitet“, so Marija Linnhoff. Wichtig sei dem Verband eine große „Ausgewogenheit“. So könne ein Veranstalter oder Leistungsträger keinen Einfluss einkaufen. Und: „Wir nehmen nicht jeden“, so Linnhoff und nennt auch sofort ein Unternehmen, das nicht willkommen ist: die Reisebüro-Kooperation RTK.

So wackelig die Namensdefinition ist, so logisch ist sie: „Wir wollten das Kürzel lassen, denn es ist etabliert“, sagt Linnhoff. Wirklich bedeutsam ist vielmehr die Unterzeile beziehungsweise der Slogan des Verbands: „Die Stimme der Touristik“. Hinzu kommt ein weiteres schriftlich fixiertes Statement: „Wir öffnen. Wir führen. Wir fördern“.

Strukturiert ist der neue VUSR in die drei Säulen Vertrieb, Veranstalter und Sonstige. Der Sitz des Verbands wird in den nächsten Wochen nach Berlin verlagert, um noch näher an der Politik zu sein.

„Augenhöhe“ zwischen allen Mitgliedern

Jedes Mitgliedsunternehmen hat eine Stimme. Das gilt auch für große Unternehmen – sie haben damit das gleiche Stimmrecht wie ein Reisebüro. Ziel sei ein Verband auf „Augenhöhe zwischen Vertrieb, Veranstaltern und sonstigen Partnern in der Touristik.“

Der Verband will aber auch „verteidigen“. Dabei gehe es um „faire Provisionen, transparente Märkte und planbare Rahmenbedingungen“, so VUSR-Jurist Roosbeh Karimi, der den neu aufgestellten Verband auf der Jahrestagung auf Teneriffa vorstellte.

Aktuell hat der VUSR nach Angaben von Karimi 7.000 Mitglieder direkt oder über Kooperationen – und sei „zu 100 Prozent unabhängig“. Ein positives Fazit zog der Jurist mit Blick auf die Arbeit der vergangenen Jahre. So habe der Verband beim Thema Novellierung der Pauschalreiserichtlinie mit dem eigenen Fokus „von Anfang an richtig gelegen“. Und man habe immer die eigene Linie beibehalten: „Unsere Forderungen sind in Brüssel ganz klar aufgenommen worden, wir haben viel erreicht“, so Karimi.

Dabei gesteht er, dass das Endergebnis „nicht in jedem Detail ein Erfolg“ sei. Aber insgesamt sei die überarbeitete Fassung zufriedenstellend, speziell mit Blick auf den Wegfall der verbundenen Reiseleistungen.

Weitere aktuelle Top-Themen

Ein weiteres wichtiges Thema für den Verband bleibt die geforderte Präsenz bei Check24 – ein Thema, das andere Verbände „völlig ignorieren“, so Roosbeh Karimi. Beim Thema Luftverkehr gehe es um die „größte selbstorganisierte Dissonanz der Branche“. Man wolle dabei helfen, dass die Airlines wieder stärker und besser mitspielen in der gesamten Touristik – im Sinne der Kunden, des Vertriebs und der Veranstalter.

Neu wird ab dem dritten Quartal die beim DRV angelehnte „VUSR Travel Industry Card“ mit Bahnrabatt. Das Angebot soll durch weitere Kooperationspartner ergänzt werden, konkrete Anbieter hat der VUSR noch nicht an Bord.

Wie gewohnt erhalten Verbandsmitglieder im Fall der Fälle eine kostenlose Rechtseinschätzung. Damit werde die Mitgliedschaft auch zum einem Qualitätssiegel, betont Linnhoff.

Ü-Hilfen: Es bleibt ein Dauerthema

Keine Illusionen machen sich Linnhoff und Vorstandsmitglied Cyrus Nurischad beim Thema Corona-Hilfen (Überbrückungsgelder): Jedes Bundesland habe dabei seine eigenen Herausforderungen und sei entsprechend informiert. Nordrhein-Westfalen zum Beispiel habe Hilfe zugunsten der Reisebüros zugesagt. Bis eine abschließende juristische Rechtssicherheit da sei, „sind wir alle aber schon nicht mehr da“. Es werde dauern, so Linnhoff.

Den Politikern müsse bei dem Thema bewusst sein: „Wenn jetzt oder in nächster Zeit Geld in hohen Dimensionen zurückgefordert wird, dann sei die Hälfte der Reisebüros pleite“, betont die VUSR-Chefin. Aber sie könne versichern: „Wir kümmern uns und bleiben dran an dem Thema.“

Fotos vom Event inklusive der Besuche von Loro Parque und Siam Park finden Sie in unserer großen Bildergalerie.