Hurtigruten hat das Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben mit deutlich verbesserten Ergebnissen abgeschlossen. Die norwegische Reederei verzeichnet ein starkes Umsatzwachstum, eine spürbar höhere Profitabilität sowie eine gestärkte finanzielle Basis, wie das Unternehmen mitteilt.
Nach der Trennung von HX (ehemals Hurtigruten Expeditions) firmiert Hurtigruten seit Februar vergangenen Jahres offiziell als eigenständiges Reise- und Transportunternehmen. Kernprodukt ist die klassische Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes, welche die Reederei ebenso wie Havila im Staatsauftrag befährt. Ergänzt wird das Portfolio durch die so genannten Signature-Reisen nach Spitzbergen und ans Nordkap. Auf Spitzbergen ist man zudem mit Hurtigruten Svalbard in Longyearbyen vertreten, das Unternehmen bietet dort Unterkünfte und landbasierte Erlebnisse an.
Produktseitiger Umsatztreiber: die „Signature-Reisen“ auf der Spitzbergen- und der Nordkap-Linie. Foto: Hurtigruten
Das operative Ergebnis (EBITDA) von Hurtigruten stieg 2025 nach eigenen Angaben auf 90,2 Millionen Euro an, nach 49,8 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 80 Prozent. Im selben Zeitraum wurde ein wesentlicher Teil der Verbindlichkeiten in Eigenkapital umgewandelt, zusätzliches Kapital durch die Eigentümer bereitgestellt und neue Finanzierungen bis 2030 verlängert.
Plus bei Passagierzahl und Umsatz
Die positive Entwicklung führen die Norweger vor allem auf die hohe Nachfrage und ein weiterentwickeltes Produktangebot zurück, insbesondere im Signature-Segment. Der Umsatz stieg laut Unternehmen um zwölf Prozent auf 501,8 Millionen Euro. Insgesamt reisten im Jahr 2025 rund 222.000 Gäste mit Hurtigruten. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im deutschsprachigen Raum stieg der gebuchte Umsatz im Jahresvergleich um knapp zehn Prozent. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei den Signature-Reisen aus, die ein Plus von 32 Prozent verzeichneten.
Kurswechsel im Vertrieb zahlt sich aus
Zusätzlich legten die B2B-Buchungen im Umsatz um mehr als 40 Prozent zu. Dafür dürfte auch der geänderte Kurs im Vertrieb gesorgt haben: Marius Griego, der im August 2024 das Ruder bei Hurtigruten in Hamburg übernahm, hat das Unternehmen wieder Reisebüro-freundlicher ausgerichtet, unter anderem durch ein attraktiveres und langfristig ausgelegtes Provisionsmodell.
Das wird von Vertriebspartnern honoriert. Bereits im März auf der ITB-Berlin hatte der Vice President Sales & Marketing für die DACH-Region ein zweistelliges Umsatzplus für 2026 und „signifikante“ Buchungen für 2027 verkündet.
Hedda Felin, CEO von Hurtigruten. Foto: Espen Mills
Hedda Felin, CEO von Hurtigruten, ist mit der Gesamtgeschäftsentwicklung zufrieden: „Die Zahlen zeigen klar: Unsere Veränderungen wirken. Das operative Geschäft ist deutlich stärker, die Umsätze wachsen und unsere finanzielle Position hat sich spürbar verbessert. Das gibt uns die Stabilität, weiterhin auf Verlässlichkeit, Qualität und profitables Wachstum zu setzen“, wird die Reederei-Chefin in der Bilanzmitteilung zitiert. Für die kommende Sommersaison erwarte sie eine sehr hohe Nachfrage.
In den vergangenen Jahren hat Hurtigruten ein umfassendes Modernisierungsprogramm für die Flotte umgesetzt und dabei mehr als 150 Millionen Euro investiert. Das Programm wurde 2025 abgeschlossen, die Flotte umfasst nun zehn Schiffe.