Im Königreich Bahrain nach Naturperlen tauchen

Im Persischen Golf können Urlauber nach Perlen tauchen
Im Persischen Golf können Urlauber nach Perlen tauchen. Foto: BTEA
An Bord werden die Austern gleich geöffnet
An Bord werden die Austern gleich geöffnet. Foto: ah

Bereits am Morgen brennt auf das Fischerdorf Ras Rayyah die Sonne. Eine Handvoll Touristen geht am Hafen an Bord des kleinen Holzboots und startet zu den Tauchgründen in den seichten Küstengewässern Bahrains. Es ist ein außergewöhnlicher Ausflug, denn die Urlauber wollen nach Naturperlen im Persischen Golf tauchen.

Auf dem Meeresgrund wachsen Korallen und bilden das Habitat für große Austernbänke, die sich vom Norden des Königreichs bis nach Abu Dhabi erstrecken.

Eine 2.000 Jahre alte Geschichte
Der Ausflug ist kein Touristen-Nepp: Hinter dem mühseligen Handwerk des Perlentauchens in Bahrain steht eine mehr als 2.000 Jahre alte Geschichte: Früher war das Königreich das Perlen-Mekka in der arabischen Welt. Von der ehemaligen Hauptstadt Muharraq wurden die Naturperlen bis nach Indien und Europa verschifft. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte dieser Wirtschaftszweig seinen Höhepunkt. Der Juwelier Jaques Cartier reiste selbst mehrfach in das Königreich und schloss Verträge mit den dort ansässigen Händlern.

In der alten Zeit waren Perlentaucher oft mehrere Monate auf See, um die Austernschätze zu ergattern. An Bord einer Banoosh, dem typischen Tauchboot, tummelten sich in der Saison von Juni bis September bis zu 60 Taucher. Ein Nachbau dieser Schiffe ist heute im National‧museum in der neuen Hauptstadt Manamah zu sehen.

Das Handwerk war anstrengend: Die nur mit einer Nasenklammer ausgerüsteten Perlentaucher wurden an beschwerten Seilen in den Golf herabgelassen und begannen mit der Austernernte. Dafür war eine starke Lunge wichtig: Bei den Tauchgängen waren die mutigen Männer jeweils länger als eine Minute unter Wasser.

Das Jahr 1932 läutete das Ende der Perlenwirtschaft ein. Verantwortlich war der erste Ölfund in Bahrain. Die Förderung des schwarzen Golds war im Gegensatz zum Perlentauchen saisonal nicht begrenzt, sondern das ganze Jahr möglich. Sie war auch weniger mühsam und machte die Einwohner schnell reich. Aktuell ist die Ölförderung für fast 70 Prozent der Einnahmen im Land verantwortlich.

Heute gibt es in Bahrain nur noch 600 freiberufliche Perlentaucher. Aber die Perlenvergangenheit des Landes ist in der Geschichte des Königreichs bis heute fest verankert. Und immer mehr Touristen entdecken das Erlebnis Perlentauchen, das die Unesco 2012 als Weltkulturerbe aus‧gezeichnet hat.

Bis zu 60 Austern kann ein Tourist bei einem Tagesauflug ernten. Wer nicht tauchen möchte, kann auch im Niedrigwasser mit einem Schnorchel auf Austernsuche gehen. Wieder zurück an Bord werden die Austern geknackt – das erfordert etwas Geschicklichkeit.

Glück nötig beim Perlentauchen
Wird man fündig, prüfen Experten die Naturperlen auf Qualität und Wert. Sie werden dann nach Größe, Farbe, Form und Glanz kategorisiert. Natürlich können Tauchtouristen ihre eigenen Funde behalten oder aber bei einem Tawash, einem Perlenhändler, verkaufen. Man muss allerdings Glück haben: Die Wahrscheinlichkeit, eine Perle in einer Auster zu entdecken, liegt bei fünf Prozent.

Neben Tauchgängen gibt es auch eine „trockene“ Alternative, um mehr über die Perlenvergangenheit Bahrains zu erfahren: den 3,5 Kilometer langen Pearling Trail in Muharraq. Dieser führt durch die engen Gassen der restaurierten Altstadt mit ihren weiß getünchten und mit Teakholz verzierten Häusern. An 17 Stationen, darunter in Form diverser Dauerausstellungen in ehemaligen Perlenhandels- und Lagerhäusern, wird die Geschichte anschaulich vermittelt.

Wo buchen?
Eine Pauschalreise in die Hauptstadt Manamah vermitteln etwa die Veranstaltermarken der FTI Group oder der Anbieter Alltours. Internationale Luxusketten wie Sofitel, Rotana oder Ritz-Carlton betreiben dort Hotels. Geflogen wird nonstop mit Gulf Air. Wer nach Perlen tauchen möchte, muss sich auf www.pearldiving.bh registrieren und eine Tour über einen örtlichen Tauchveranstalter buchen.

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