Phuket: Der Schirm und sein Schatten

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Grafik mit diagonalen Farbbalken in Pink- und Violetttönen, weißem Text sowie dem Logo von Hyatt Ziva Corfu auf der rechten Seite vor weißem Hintergrund.
Blick von oben auf eine tropische Bucht mit hellem Sandstrand, umgeben von dichtem grünem Wald, türkisblauem Wasser und Bergen im Hintergrund bei Tageslicht.
Phuket verfügt über traumhaft schöne Strände, die geschützt werden müssen. Foto: IgorBukhlin/iStock


Phuket räumt auf: Die Militärregierung verbannte Liegestühle, Strandbuden und Restaurants von den Stränden. Was als Kampf gegen Korruption und für mehr Natur begann, sorgt bei Urlaubern für Ärger – und könnte bald auch andere Ferienregionen treffen.

Alle dachten, das sei nur ein dummer Scherz, als die thailändische Militärregierung im vergangenen Jahr ankündigte, die Strände von Phuket von Liegestühlen, Sonnenschirmen und illegal aufgebauten Strandbuden sowie Street-Food-Restaurants zu befreien. Doch als am Laem Singh Beach mit den ersten Abrissarbeiten begonnen wurde, wussten alle: Jetzt wird’s ernst. „Wir wollen unseren thailändischen Stränden die natürliche Schönheit zurückgeben“, sagt Narong Pipattanasai, stellvertretender Generalsekretär des Nationalen Rats für Frieden und Ordnung (NCPO) der Militärregierung.

Bulldozer gegen Buden und Bars

Surin Beach war der letzte Strand, der auf Phuket gesäubert wurde. Brachial räumten Bulldozer die einfachen Buden, Bars und Strandlokale weg. Auch bewaffnetes Militär war vor Ort, um demonstrativ etwaigen Protesten vorzubeugen.

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Eine lächelnde Frau in dunkelblauer Uniform bildet mit ihren Händen ein Herz vor der Brust, im Hintergrund ist die leere Kabine eines Flugzeugs zu sehen.

Seitdem ist Phuket an all seinen Stränden Buden- und Liegestuhl-frei: Strandbesucher dürfen nur noch auf Matten oder Badetüchern liegen, die abends wieder mitgenommen werden. Die Liegestühle dagegen blieben stets stehen und waren zum Teil sogar fest verankert, was den Militärs ebenso ein Dorn im Auge war, wie ganze Kolonien von Sonnenschirmen. Jetzt dürfen nur noch zehn Prozent der Strandfläche mit Sonnenschirmen ausgestattet werden, und zwar in ausgewiesenen Zonen.

Der Hintergrund ist einfach: Es ist ein Schritt gegen die Korruption. Denn wer am Strand sein Geld machen durfte, musste auch ordentlich an die örtlichen Behörden abtreten – unter dem Tisch, versteht sich. Nur an die Touristen hat dabei scheinbar keiner gedacht. Den Unmut der Gäste bekommen nun die Hoteliers ab: „Unverschämtheit“, „Ich komme nie wieder“, „Soll ich denn da draußen verbrutzeln?“, sind noch gelinde Äußerungen zur neuen Sonnenschirm-Situation. Aber auch, dass man am Strand keinen Drink oder eine Kleinigkeit zum Essen bekommt, stößt bei den Feriengästen auf Unverständnis.

Liegen gibt es nur noch am Hotelpool

Lizenzierte Händler bieten zwar jetzt in den Zehn-Prozent-Zonen ein Paket, bestehend aus einem Schirm und zwei Matten, für 200 Baht pro Tag an, das sind etwa fünf Euro. Allerdings dürfen auch die Hotels, die Gäste und damit viel Geld ins Land bringen, keine Schirme und Liegen mehr am Strand aufstellen. „Gefragt wurden wir nicht“, sagt Frank Grassmann, der deutsche Direktor des neuen Hotels The Nai Harn im Süden der Insel. „Wir geben unseren Gästen nun einfach einen Schirm und zwei Matten mit zum Strand.“

Am größten und wichtigsten Strand der Insel, am Patong Beach, und den weiteren Topspots wie Karon, Kata und Kamala Beach wird penibel darauf geachtet, dass die Zehn-Prozent-Zonen eingehalten werden. Die Hotels geben dort keine Utensilien aus. Die Folge: Die Liegen an den Hotelpools sind proppevoll, schon jetzt in der Nebensaison.

Nur am Pansea Beach stehen die Sonnenschirme wie eh und je, genauso wie die bequem gepolsterten Strandliegen. „Bei uns ist es etwas anders. Unser Strand ist abgeschottet und eigentlich wie ein Privatstrand“, sagt Paul Linder, der Schweizer Hoteldirektor des Amanpuri. Auch am zehn Kilometer langen Mai Khao Beach hat sich nichts geändert. „Unser Strand liegt im Nationalpark. Da hat es Sonnenschirme und Liegestühle immer nur im Hotelbereich gegeben“, sagt Giles Selves, der General Manager der Anantara Villas. Koh Samui und Khao Lak sollen als Nächstes drankommen. Wann, weiß allerdings niemand.