Salzwüsten und Sümpfe

Abenteuerliches Vergnügen: eine Jeepfahrt durch das Dead Sea Valley
Reiseleiter Ofer Moghadam an einem der Wasserfälle in der Oase En Gedi. Fotos: heu

Arid drückt aufs Gaspedal und steuert den Jeep nach links. Nun heißt es, sich gut festzuhalten, denn die beiden linken Räder wühlen sich oben an der Böschung durch den Sand, während die beiden rechten auf der Piste bleiben. „Wir sind hier im Dead Sea Valley, in der am tiefsten gelegenen Wüste der Welt“, sagt der 62-Jährige, der äußerst entspannt wirkt, kurz darauf. 
Die Umgebung ist sandfarben, doch eigentlich sind wir in einer Salzwüste, auf die sich eine dünne Sandschicht gelegt hat. Wir fahren zuerst im Bett des Sodom Dry Rivers, später führt uns eine holperige Piste bergauf. Als Arid schließlich auf dem Mount Sodom anhält, nimmt er sich Zeit für eine Pause. Wir hingegen genießen den Blick auf die Ausläufer des weiß-braunen Salzberges, der fast wellenartig aufgebaut zu sein scheint, und auf das Tote Meer. 

Massagedusche made by Nature

Während unsere kleine Reisegruppe in der Wüste keinen anderen Menschen begegnet, ist das beim Stopp in der Oase En Gedi anders. Auf dem Wanderweg hoch zum König-David-Wasserfall sind zahlreiche Familien unterwegs, aber auch Grüppchen mit jungen Leuten. 
Mit jährlich 580.000 bis 600.000 Besuchern ist En Gedi das populärste Naturreservat in Israel. In der Oase gibt es Wanderwege und Thermalquellen, alte Tempel und Synagogen, einen Kibbuz und verschiedene Wasserfälle.
Unterhalb einiger dieser Wasserfälle stoßen wir auf kleine Bassins. Sie bieten Erfrischung beim Bergaufgehen – und eine Massagedusche made by Nature. Am König-David-Wasserfall weisen Schilder ausdrücklich darauf hin, dass man sich hier nicht unter die herabprasselnden Wassermassen stellen soll – doch daran hält sich offensichtlich nicht jeder.

Trockenlegung mit Nebenwirkung

Beim Verlassen der Oase sehen wir, dass das natürliche Gleichgewicht der Region gestört ist. Zwischen der Landstraße 90, dem so genannten Dead Sea Highway, und dem Westufer des Toten Meeres klaffen zahlreiche Senklöcher im Boden. Durch den beständig sinkenden Wasserspiegel wurde die Salzschicht von Süßwasser unterspült – so entstanden Hohlräume, die irgendwann nachgeben. 
Dass menschliche Eingriffe in die Natur dramatische Auswirkungen haben können, erfahren wir auch im Hula-Naturreservat in Galiläa. Es ist Israels ältestes Naturschutzgebiet – doch zu einem solchen wurde es erst, als man merkte, dass die Trockenlegung der Sümpfe auf Dauer viele unerwünschte Nebenwirkungen hat. 
„Es kam zu einer ökologischen Katastrophe: Tiere starben aus und Torf fing an zu brennen“, berichtet Reiseleiter Ofer Moghadam. 
Deshalb hat man den ehedem verschwundenen Hula-See wieder künstlich angelegt, zumindest zum Teil. Heute ist diese renaturierte Sumpflandschaft ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel. Wir laufen auf kleinen Holzpfaden über den Sumpf und beobachten Vögel, Nutrias, Wasserschildkröten und Fische. Israel, das zeigt diese grüne Schilflandschaft, keine 300 Kilometer von der Mondlandschaft des Dead Sea Valleys entfernt, bietet eine faszinierende ökologische Vielfalt auf kleinem Raum.

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