Ribera statt Rioja

Die Burg von Penaranda ist eine der am besten erhaltenen Festungen des spanischen Burgenlandes. Foto: heu
Die Burg von Penaranda ist eine der am besten erhaltenen Festungen des spanischen Burgenlandes. Foto: heu

Ganz oben oder ganz unten – wer die Schätze der spanischen Region Ribera del Duero entdecken will, sollte weder Anstiege noch Abstiege scheuen. Die Anstiege lohnen sich, weil sie einen grandiosen Rundumblick vermitteln. Sie führen zu historischen Stätten – wie zu den Resten der einst stolzen Burg der Grafen von Miranda.

Die im 11. Jahrhundert gebaute Wehranlage thront über Penaranda de Duero etwa 80 Kilometer südlich von Burgos. Sie ist eine der schönsten Festungen der autonomen Gemeinschaft Castilla y Leon, dem spanischen Burgenland. Gebaut wurde sie während der Reconquista. Als die Anlage errichtet wurde, war der Duero ein Grenzfluss – hier verlief die Grenze zwischen den katholischen Spaniern und den muslimischen Mauren. Heute kämpfen die Menschen in der Region um den Duero nicht mehr gegen die Mauren. Dafür liegen sie im friedlichen Wettstreit mit den Nachbarn aus Rioja. Beide Regionen wetteifern darum, wer den qualitativ hochwertigeren Rotwein herstellt.

Nach unten geht es in die Bodega Historica Don Carlos mit einem gemütlichen Keller direkt unter dem Stadtzentrum der 35.000-Einwohner-Stadt Aranda de Duero. Dort lagern über dreitausend Flaschen Wein. Die ältesten davon sind über neunzig Jahre alt. Bereits der Großvater des Besitzers der Bodega hatte mit der Weinsammlung begonnen. Heute werden hier Weinproben und Weinkurse angeboten. „Je mehr man über Wein weiß, desto besser kann man ihn genießen“, versichert Cristina Alonso, während sie die Weine kredenzt und erklärt.

Alonso ist stolz darauf, dass man für ihre Weinseminare keine Vorkenntnisse braucht. Gesunde Neugier reicht völlig. „Wir machen mit dem Wein genau das, was Babys machen, wenn sie ihre Umwelt erkunden – anschauen, riechen, ein bisschen was davon in den Mund nehmen.“ Worin aber unterscheiden sich Ribera-Weine von denen aus Rioja?

„Viele Ribera-Weine sind konzentrierter und fruchtiger, sie haben mehr Körper, sind weniger oxidiert“, verrät Cristina. Die Böden in der Region um den Duero sind steiniger, die Sommer sind trockener, die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht größer – und all das spiegelt sich in den Weinen wider.

Der Weinbau hat in der Region eine lange Tradition. Weinbau-Pioniere waren die Römer, wiederbelebt wurde die Tradition von Zisterziensermönchen aus Frankreich. „Es gibt Dokumente, wonach im Raum Aranda im 17. Jahrhundert genauso viel Wein produziert wurde wie heute“, berichtet Cristina.

Vor der Erfindung der Weinflasche war der Wein rasch verderblich und maximal ein Jahr haltbar. Damals soll der Duero jeden Herbst so rot wie Blut gewesen sein, weil der alte Wein weggeschüttet wurde. Vor der Erfindung der Glasflaschen wurden die Weine in alten Ziegenhäuten in die Keller transportiert. Auch diese kann man in den zwölf Kilometern Keller und Kellergänge unterhalb Arandas sehen.

Weinrouten
Der Spanische Verband der Weinstädte Acevin hat in Zusammenarbeit mit den Ministerien für Tourismus und Landwirtschaft 21 Weinrouten ausgearbeitet, die unter www.wineroutesofspain.com zu finden sind. Hier erhalten Weinliebhaber eine Übersicht über die Themen Architektur und Wein, Natur- und Aktivtourismus, Kultur und Kunstgeschichte und Hotels mit Charme. Weitere Infos unter www.riberate.com.

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