Dertour: „Tech & Touch“ und mehr eigene Hotels

Die Dertour Group hält auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz an ihrer „Touch & Tech“-Strategie fest. „Gute Technik kombiniert mit persönlichem Service“ sei die Basis des aktuellen Erfolgs von Dertour. Und daran werde sich auch mittelfristig nichts ändern, so Konzernchef Christoph Debus während einer Pressekonferenz auf der ITB.

Ob künstliche Intelligenz langfristig Veranstalter und Online Travel Agencies (OTA) verdrängt? „Ich weiß es nicht, glaube es aber nicht“, so Debus in Berlin. KI sei an vielen Stellen sehr nützlich und hilfreich, an anderen Stellen aber auch nicht.

Bei Dertour ist KI laut Christoph Debus seit etwa vier Jahren im Einsatz, unter anderem im Backoffice- und Finanzbereich, aber auch im Betrieb der Websites etwa für die Reisespezialisten. Und die sollen wiederum den eigenen Reiseverkäufern in die Hände spielen – „Tech & Touch“ eben.

Bestätigt wird die Strategie auch durch eine Umfrage mit 8.000 Teilnehmern. Demnach gaben drei Viertel der Befragten an, dass sie sich über persönlichen Service freuen und ihn auch nutzen beziehungsweise nutzen wollen. Zudem vertraut ein Großteil der Befragten darauf, dass professionelle Reiseverkäufer für sie das beste Angebot finden (zweitmeist genannte Antwort). Fast ebenso wichtig war den Teilnehmern der Studie, dass sie für weitere Fragen einen persönlichen Ansprechpartner haben.

Eigene Hotelmarken wachsen weiter

Mit Blick auf die Produkte des zweitgrößten deutschen Reisekonzerns betonte Debus einmal mehr die Bedeutung des eigenen Hotelportfolios. Das besteht derzeit aus 120 Häusern mit zehn Marken in 15 Zielen. Zulegen werden in diesem Jahr unter anderem Sentido (plus drei Häuser) sowie Ananea, Henri und Calimera (jeweils plus zwei).

Zu den Highlights gehört unter anderem das Ananea Rocrita, das im Frühjahr auf Kreta eröffnet. Im Sommer folgt das Ananea Kleopatra Beach in Alanya, ein Adults-only-Hotel mit Fokus auf Sport, Yoga und Wellness.

Calimera wächst durch den neuen Club El Borj in Tunesien und das Calimera Sunpark Alanya. El Borj ist bereits der vierte Calimera-Club in Tunesien und verfügt über eine direkte Strandlage. Das Calimera Sunpark Alanya liegt zentrumsnah in Alanya und richtet sich an kulturinteressierte Familien. Ein Shuttle-Service bringt die Gäste an den Strand.

Christoph Debus, Dertour-Manager, vor einem Dertour Aufsteller mit dem Logo der Gruppe und der Aufschrift: "Unveiling the beauty of the world"
Christoph Debus auf der ITB in Berlin: „KI allein reicht nicht“. Foto: mg

Reisejahr 2026: Der Optimismus bleibt

Optimistisch zeigte sich Debus mit Blick auf das Reisejahr 2026. Der aktuelle Iran-Krieg sorge zwar für gewisse Dämpfer, insgesamt seien die Deutschen aber reisewillig, die Nachfrage sei „sehr stark“. So lagen die gebuchten Umsätze Ende Februar im Vergleich zum Vorjahr mit sechs Prozent im Plus, die Zahl der Gäste lag bei plus vier Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf die gesamte Dertour Group. 

Die aktuelle Lage bezeichnete Christoph Debus in Berlin sogar als Chance – trotz aller Dramatik für die betroffenen Gäste. Denn die bisherige Entwicklung zeige, wie professionell Veranstalter und Airlines zusammenarbeiten. „Die Krise zeigt, wie gut wir vorbereitet sind und wie wir damit umgehen“, so der Konzernchef.