DRV: Dertour Group kritisiert TUI-Austritt

Kritisiert den TUI-Austritt aus dem DRV: Ingo Burmester, Europa-Chef der Dertour Group
Kritisiert den TUI-Austritt aus dem DRV: Ingo Burmester, Europa-Chef der Dertour Group. Foto: Dertour Group

Der für das Jahresende angekündigte Austritt von TUI aus dem DRV hat bei Deutschlands größtem Reiseverband für einen Schock gesorgt. Und innerhalb der Branche wird das Vorgehen diskutiert und oftmals kritisiert.

Nun meldet sich die Dertour Group offiziell zu Wort. In einem Statement kritisiert Ingo Burmester, CEO Central Europe des Konzerns, den Austritt des Marktführers. Er komme zu einem Zeitpunkt, „an dem wir die Kraft der gesamten Branche benötigen, um im Dialog mit der Politik konstruktiv und verlässlich an zentralen Zukunftsthemen zu arbeiten“.

Dertour Group bleibt dem Verband treu

Die Dertour Group als zweitgrößter Reiseveranstalter im Land werde deshalb dem DRV treu bleiben und sich innerhalb des Verbands „aktiv für Branchenlösungen“ einsetzen. „Wir bedauern die Entscheidung von TUI, denn wir sind der Überzeugung: Wir brauchen auf Verbandsebene eine starke, gemeinsame Stimme“, so Burmester.

Aus Sicht der Dertour Group habe sich der DRV als Interessensvertretung in den vergangenen Jahren bewährt: So habe der Verband beispielsweise während der Pandemie insbesondere für die Reisebüros einen sehr guten Job gemacht und sich stark für schnelle Beihilfen eingesetzt.

Insolvenzabsicherung als Erfolgsgeschichte

Der DRV sei auch federführend gewesen „als es darum ging, eine neue Lösung für die Insolvenzabsicherung zu finden“. Und man sehe aktuell, dass diese Lösung den FTI-Pauschalreisegästen und damit der gesamten Branche zugutekomme.

TUI hatte am vergangenen Freitag den Austritt aus dem DRV zum Jahresende angekündigt, aber keine wirklich überzeugende Begründung geliefert. Ende 2018 hatte Deutschlands größter Veranstalter bereits den Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) verlassen.

Mitglied ist TUI nach wie vor in den Airline-Verbänden BDL, BDF und A4E (Airlines for Europe), in der DZT, im WTTC und im Travel Industry Club. Im Reisebüro-Verband VUSR ist TUI seit vergangenem Jahr Fördermitglied. Zudem ist der Veranstalter über diverse Landesgesellschaften im europäischen Reisebüro-Verband Ectaa präsent.

Newsletter

Newsletter - Touristik aktuell – Reportagen und Analysen für die Reisebranche

Bildergalerien

Meistgelesen

Qatar Airways streicht Deutschland-Flüge

Qatar Airways reduziert ihr Flugangebot nach Deutschland ab März 2026 deutlich. Insgesamt neun wöchentliche Verbindungen fallen weg, mit Einschnitten vor allem in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Hintergrund sind Kapazitätsanpassungen und Wartungsarbeiten am Flughafen Doha.

Bistro Portal: Reiseexpertin startet Petition

Die geplante Abschaltung der Funktion „Nur Hotel“ im Bistro Portal sorgt für großen Unmut in Reisebüros. Eine Münchner Reiseexpertin startete eine Petition, die bereits über 1.300 Unterstützer hat – viele fürchten deutliche Nachteile durch die neue Maske „Hotels & Mehr“.

Mietwagen: Starcar steht vor dem Aus

Der Autovermieter Starcar steht vor der Abwicklung, da bislang kein Investor gefunden wurde. Etwa 1.100 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Trotz Insolvenz läuft der Betrieb an den Standorten vorerst weiter, jedoch sind Einschränkungen ab Januar 2026 geplant.

Amadeus rudert zurück: „Nur Hotel“ bleibt bestehen

Nach massiver Kritik aus den Reisebüros stoppt Amadeus die geplante Abschaltung des Moduls „Nur Hotel“. Stattdessen laufen beide Tools vorerst parallel weiter. Eine Petition aus dem Counter hatte den Druck zuletzt deutlich erhöht.

In eigener Sache: touristik aktuell mit neuer Website

Die Webseite touristik aktuell präsentiert sich ab sofort mit einem neuen Design und verbesserter Struktur dank des Umstiegs auf Wordpress. Rund 20.000 Artikel wurden bereits migriert, weitere folgen. Der Newsletter erscheint ebenfalls in neuem Layout und bleibt ein täglicher Begleiter.

Tarifverhandlungen: Verdi stellt Ergebnis vor

Nach langen Verhandlungen steht die Touristikbranche vor einem neuen Tarifabschluss – dem ersten seit 2018. Es gibt deutliche Gehaltserhöhungen, Einmalzahlungen und erfolgsabhängige Zulagen. Was das im Detail bedeutet.
×