BTW schlägt wegen Flugstreichungen Alarm

Flugzeug auf dem Rollfeld durch eine Scheibe mit Regentropfen fotografiert
Trübe Aussichten für den Luftverkehrstandort Deutschland. Foto: horstgerlach/iStock

Die jüngst angekündigten Streichungen von Flugverbindungen von Eurowings, Condor und weiteren Airlines wie Ryanair stoßen in der Touristikbranche auf große Kritik. Vor allem die Gründe für den zunehmenden Verlust an Flugverbindungen werden mit Sorge beobachtet, wie bereits während des DRV-Kongresses deutlich wurde. Nun meldet sich auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) Sören Hartmann mit einem dringenden Appell an die Politik zu Wort.

Wie bereits Eurowings-CEO Jens Bischof kritisiert auch Hartmann die Standortkosten für den Luftverkehr als „schlicht und ergreifend zu hoch“. „Andere Länder werden so für Unternehmen wie Gäste attraktiver, Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit“, warnt er in einer Pressemitteilung. Zudem verweist er darauf, dass sich der Verlust von Flugverbindungen auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirke – von Reiseveranstaltern über Hotels bis hin zu Freizeitanbietern. Der Flugverkehr werde nicht reduziert, sondern lediglich ins Ausland verlagert. Dadurch werde der Tourismusstandort Deutschland massiv geschwächt.

Politik soll nachjustieren

Ein Grund für diese Entwicklung liegt laut Hartmann in politischen Entscheidungen. „Bei allen Politikern, die den Tourismus als Wirtschaftsfaktor wirklich ernst nehmen, müssen angesichts der ständig neuen Nachrichten über Flugstreichungen die Alarmglocken läuten“, sagt er. „Wir fordern die Politik auf, schnellstmöglich nachzujustieren und die Standortkosten für den Luftverkehr in Deutschland endlich wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken.“

Laut Hartmann gibt es zahlreiche Stellschrauben. Er verweist auf die Luftverkehrsteuer sowie die hohen Luftsicherheitsgebühren. Darüber werde der geplante „nationale Alleingang“ bei der Power to Liquid-Quote ab 2026 den Wettbewerb weiter verzerren und müsse aufgegeben werden.

Bereits auf dem DRV-Kongress in der vergangenen Woche hatte Eurowings-CEO Bischof, der zugleich Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) ist, seinem Unmut Luft gemacht. Zusammen mit den zuletzt stark gestiegenen Luftsicherheitsabgaben und Flugsicherungsgebühren hätten sich die staatlichen Gebühren in Deutschland seit 2020 annähernd verdoppelt, sagte er. So summierten sich bei einem Mittelstreckenflug innerhalb Europas Steuern und Abgaben inzwischen auf rund 30 Euro pro Passagier. „Bei der wirtschaftlichen Ergebnisrechnung der Fluggesellschaften spielt dieser Faktor eine entscheidende Rolle.“

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