Die nächste Großbaustelle der Bahn steht an: Auf der Strecke Hannover–Berlin wird voraussichtlich bis Dezember 2027 gebaut, es kommt zu zahlreichen Einschränkungen im Zugverkehr.
Am Freitag startet die Deutsche Bahn die nächste Großsanierung: Auf der Strecke Hannover–Berlin beginnen dann umfangreiche Bauarbeiten, die voraussichtlich bis sage und schreibe Dezember 2027 dauern werden.
Dies ist mit zahlreichen Fahrplanänderungen und Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr verbunden. Da die normale Strecke zwischen Lehrte und der Hauptstadt gesperrt wird, werden die Züge dann über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Laut Bahn verlängert sich dadurch die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin um rund 80 Minuten.
Während der Bauarbeiten sollen zwischen beiden Städten drei Fernverkehrszüge pro Richtung im Zeitraum von zwei Stunden sowie weitere Einzelverbindungen verkehren. Optionen für Halte von Fernverkehrszügen in den Städten Stendal sowie Wolfsburg, die an der betroffenen Strecke liegen, seien derzeit noch in Prüfung. Auch andere Fernstrecken sind von Umleitungen betroffen, etwa zwischen Amsterdam oder Frankfurt und Berlin. Der DB zufolge sind die angepassten Fahrpläne für Oktober bis Mitte Dezember bereits in den Auskunftsmedien abrufbar.
Mammutprojekt bis Ende 2027
Nach dem Korridor Hamburg–Berlin ist die 227 Kilometer lange Strecke zwischen Hannover und der Hauptstadt laut Bahn die zweitlängste Achse, auf der die Infrastruktur gebündelt erneuert wird. Ein Mammutprojekt: Bis Dezember 2027 ersetzt die DB-Tochter Infra Go insgesamt mehr als 214 Weichen, rund 357 Kilometer Gleise, 100 Kilometer Oberleitungen sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände beziehungsweise baut sie neu. Entlang der Strecke werden zudem 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut.
Auf einer Länge von 52 Kilometern erneuern die Experten in einem aufwendigen Verfahren außerdem die in den 1990er Jahren verbaute sogenannte Feste Fahrbahn auf der Schnellfahrstrecke. Ferner will die Bahn alle notwendigen Maßnahmen umzusetzen, um die Streckengeschwindigkeit auf 160 Stundenkilometer zu erhöhen. Bereits seit Sommer 2025 elektrifizieren die Bautrupps abschnittsweise die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn, bauen fünf Überleitverbindungen und erneuern sechs Stellwerke.
Die letzte große Sanierung in Norddeutschland fand bis Mitte Juli auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover statt.




