Wegen des strengen Winters im Nordosten Deutschlands hat sich die Großsanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert. Jetzt hat die Deutsche Bahn einen neuen Termin für die Wiedereröffnung angekündigt: Es ist erst Mitte Juni statt wie ursprünglich geplant Ende April dieses Jahres.
Wiedereröffnung in zwei Stufen
Wie die DB mitteilt, soll die viel genutzte Rennstrecke in zwei Stufen wieder in Betrieb genommen werden. Erste Züge zwischen Hamburg und Hagenow Land in Mecklenburg-Vorpommern können ab 15. Mai wieder rollen, zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 14. Juni soll dann die gesamte Strecke wieder regulär befahrbar sein. Nun soll das finale Konzept zur Inbetriebnahme in die Fahrpläne eingearbeitet werden.
Der Wintereinbruch mit wochenlang anhaltendem Frost und Schnee hatten laut Bahn seit Anfang Januar den Baufortschritt ausgebremst. Mit einsetzendem Tauwetter hatten die DB-Tochter Infra Go und Baufirmen das Personal auf der Baustelle verstärkt, um den entstanden Rückstand aufzuholen. „Das ist uns bedauerlicherweise trotz gewaltiger Anstrengungen aller Beteiligten nicht ganz gelungen“, räumt Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei DB Infra Go, ein. Das zweistufige Inbetriebnahme-Konzept ermöglicht „die auch weiterhin dringend notwendigen Baumaßnahmen angrenzender Strecken“.
Im Rahmen der Generalsanierung wurden neben 165 Kilometer Gleisen und fast 250 Weichen auch sechs neue so genannte Überleitstellen geschaffen sowie sechs neue Stellwerke gebaut und 19 weitere modernisiert. Zudem werden 28 Bahnhöfe entlang der Strecke teilweise grundlegend modernisiert.
Überschneidung mit Bauprojekt Hamburg–Hannover
Und das nächste Großprojekt in Norddeutschland steht schon vor der Tür: Ab Anfang Mai soll die Strecke Hamburg–Hannover saniert werden – allerdings mit einem „angepassten, stufenweisen Konzept“, heißt es. Damit reagiert die Bahn nun auf die neue Situation, dass sich die Bauarbeiten auf beiden Fernstrecken überschneiden werden: Auch nach Beginn der Baumaßnahmen zwischen den beiden norddeutschen Metropolen müssen weiterhin Fern- und Güterverkehre zwischen Hamburg und Berlin umgeleitet werden. Weitere Details zu den Auswirkungen auf die „Qualitätsoffensive Hamburg – Hannover“ arbeitet die Bahn nun gemeinsam mit den beauftragten Baufirmen aus.


