Lufthansa kündigt Zubringer für Condor

Lufthansa hat das Abkommen mit Condor über Zubringerdienste gekündigt. Foto: Lufthansa
Lufthansa hat das Abkommen mit Condor über Zubringerdienste gekündigt. Foto: Lufthansa

Lufthansa hat das Abkommen mit Condor über Zubringerdienste für Langstreckenflüge von Condor gekündigt. Das so genannte Special Pro Rate Agreement soll zum 31. Mai 2021 enden. Mit ihm konnte Condor notwendige Zubringerflüge intern bei der Kranich-Airline zubuchen und Preise festlegen.

Lufthansa begründet den Schritt damit, dass man im Zuge der Corona-Krise die eigenen Flugzeuge auslasten müsse, um Arbeitsplätze zu sichern, wie ein Sprecher gegenüber touristik aktuell erläuterte.

Der Konzern verweist zudem darauf, dass das Interlining weiterlaufe. Dieses ermöglicht die Verknüpfung von Flügen auf einem Ticket und Umsteigen ohne erneutes Einchecken von Gepäck. Doch dieses greift zum Beispiel nicht, wenn sich Anschlussflüge verspäten. Darüber hinaus bestimmt beim Interlining die Zubringer-Airline die verfügbaren Kapazitäten für den Partner. Condor kann somit nicht mehr fest mit Plätzen für Passagiere rechnen.

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Condor wirft Lufthansa vor, durch diesen Schritt die Konkurrenz aus dem Markt drängen und die eigene Monopolstellung auszubauen zu wollen.

Bereits vor der Krise hatte Lufthansa angekündigt, touristisch vermehrt auf die Langstrecke gehen zu wollen. Bei der Tochter Eurowings wurde mit dem Projekt „Ocean“ (siehe hier) ein neuer Flugbetrieb gegründet. Die neue Airline soll laut Airliners.de bis spätestens Ende 2021 unter einem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis operieren, das als Voraussetzung zur Erteilung einer Betriebsgenehmigung gilt. Lufthansa sucht laut dem Branchen-Portal für Ocean bereits Personal. Cockpit- und seien intern sowie extern ausgeschrieben.

Ocean soll ab dem neuen Sommerflugplan zahlreiche Routen aufnehmen, die auch im Condor-Flugplan stehen. Ab Ende März fliegt Lufthansa unter anderem nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik und nach Mombasa in Kenia. Ab Anfang Juni startet Eurowings nach Anchorage in Alaska. Auch Mauritius und Male auf den Malediven sollen angeboten werden, heißt es.

Neben Condor kritisiert auch der Veranstalter DER Touristik den Schritt von Lufthansa: „Den Nachteil aus dem Ende der LH-Zubringerflüge für die Condor-Langstrecke haben die Verbraucher“, sagte DER-Chef Sören Hartmann gegenüber Airliners.de. „Der Staat rettet mit seiner Hilfe aktuell Lufthansa. Diese Hilfe sollte nicht dazu verwendet werden, deutsche Wettbewerber aus dem Markt zu drängen und das Reisen komplizierter zu machen.“

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