Kapazitäten abgebaut hatte Ryanair in Berlin vorher schon, nun zieht sich der Billigflieger weitgehend aus der Hauptstadt zurück: Mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober soll die Basis am Flughafen BER mit sieben stationierten Flugzeugen geschlossen werden, wie das Unternehmen ankündigt. Zugleich werde die Zahl der Flüge von und nach Berlin im Winter um die Hälfte reduziert.

Diese Entscheidung sei eine direkte Folge der jüngsten Ankündigung des Berliner Flughafens, die Gebühren im Zeitraum von 2027 bis 2029 erneut um weitere zehn Prozent zu erhöhen, begründet Ryanair den Schritt. Dies geschehe, nachdem die ohnehin hohen Flughafenentgelte seit der Corona-Krise bereits um 50 Prozent gestiegen seien, während das Verkehrsaufkommen in Berlin von 36 Millionen Passagieren im Jahr 2019 auf 26 Millionen im letzten Jahr zurückgegangen sei.
Ryanair kritisiert schon lange die deutsche Luftverkehrspolitik im Allgemeinen und hohe Standortkosten der Airports im Besonderen. Gleichzeitig verweist Europas größter Low-Cost-Carrier immer wieder darauf, dass es in anderen Ländern „zahlreiche kostengünstigere Alternativen“ gebe. Daher will die irische Fluggesellschaft in diesem Fall nun ihre sieben bislang in Berlin stationierten Flugzeuge auf andere EU-Staaten verlagern, die die Luftverkehrsteuer abgeschafft haben, darunter Schweden, die Slowakei, Albanien und Italien.



