Billigflieger Ryanair macht seine drohende Ankündigung wahr und streicht im Winterflugplan seine Kapazitäten in Deutschland zusammen. Leidtragende sind die Flughäfen Berlin und Hamburg.

Ryanair reduziert das Flugangebot im Winter um zehn Prozent. Foto: Ryanair
Schon im Frühjahr hatte Ryanair angekündigt, das Flugangebot in Berlin im kommenden Winter drastisch zu reduzieren. Jetzt macht Europas größter Billigflieger seine Drohung wahr – und es kommt noch schlimmer. Auch in Hamburg reduziert die Airline das Angebot. In Summe sollen 700.000 Flugsitze wegfallen, wie das Unternehmen mitteilt. Damit sinke das Angebot in Deutschland um zehn Prozent gegenüber dem Winter des Vorjahres.
Wie bereits angekündigt wird die Airline, die den BER als „erfolglosesten Flughafen Europas“ bezeichnet, dort die Basis mit sieben Flugzeugen zum 24. Oktober schließen und die Kapazität im Winter um die Hälfte reduzieren. Gestrichen werden rund ein Dutzend Strecken, darunter die Ziele Fuerteventura, Gran Canaria, Palermo und Thessaloniki. Außerdem will die Fluggesellschaft die Frequenzen auf verbleibenden Verbindungen herunterfahren.
Kleinere Airports mit günstigeren Preisen profitieren
Am „teuren Flughafen Hamburg“ wird die irische Airline außerdem ihre Kapazität um fünf Prozent reduzieren. Zuvor war bekannt geworden, dass sich Ryanair aus Bremen im Sommer nächsten Jahres komplett zurückzieht.
An anderen Airports wie Memmingen und Köln soll es dagegen zweistellige Zuwächse geben, außerdem will Ryanair von Friedrichshafen und Saarbrücken aus erstmals im Winter fliegen. Bereits im Sommer hatte die Fluglinie trotz reduzierter Kapazitäten in Deutschland insgesamt das Angebot an kleineren Flughäfen erhöht.
Andere Billigflieger springen in die Bresche
Wie bereits oftmals kommuniziert, begründet der Low-Cost-Carrier seine Streichpläne mit zu hohen Standortkosten. „Deutschland ist Europas großer Luftverkehrsmarkt mit der schlechtesten Erholung, weil die deutsche Bundesregierung ihre Krise der Wettbewerbsfähigkeit im Luftverkehr weiterhin ignoriert“, kritisiert CEO Eddie Wilson. Daher fordert die Airline Bundesverkehrsminister Steffen Bilger auf, „dringend Maßnahmen zu ergreifen, um Deutschlands kollabierenden Luftverkehrsmarkt zu sanieren“.
Konkurrenten des Günstigfliegers freuen sich über die Streichungen. So baut Eurowings im kommenden Winterflugplan die Kapazitäten in Berlin weiter aus. Easyjet hat für den nächsten Sommer neue Strecken ab Berlin und Hamburg angekündigt.




