Berlin: Eurowings stößt in die Ryanair-Lücke

Eurowings nutzt die Gunst der Stunde: Nach dem von Ryanair angekündigten Rückzug vom Standort Berlin stockt die Lufthansa-Tochter weiter auf. Im kommenden Winterflugplan soll die Zahl der stationierten Flugzeuge am Flughafen BER um zwei Maschinen auf elf wachsen, eingesetzt werden dann mehr als 300 Crew-Mitglieder. Auch neue Strecken und mehr Flüge auf bisherigen Routen kündigt die Airline an.

Eurowings-Flugzeuge am Flughafen Berlin Brandenburg mit moderner Architektur im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel.
Eurowings stationiert ab Herbst elf Maschinen am BER. Foto: Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg

Als neues Ziel fest steht bereits die norditalienische Stadt Bologna. Daneben baut Eurowings insbesondere das Programm auf die Kanarischen Inseln aus, mit zusätzlichen Frequenzen nach Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa. Über weitere neue Verbindungen und den finalen Winterflugplan am BER will die Fluglinie im Juli entscheiden. Mit den elf Maschinen sollen dann rund 50 Ziele angeflogen werden.

Berlin hat „viel Potenzial“

Mit der neuerlichen Aufstockung in Berlin reagiert die Airline nach eigenen Angaben „auf die jüngsten Marktveränderungen am BER“. Mit dem Ausbauschritt sei Eurowings auch in der Hauptstadt auf dem Weg zur Nummer eins, nachdem man bereits Marktführerin an den Flughäfen Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart sei.

Laut Eurowings-Chef Max Kownatzki biete der Standort Berlin „viel Potenzial“. Für einen nachhaltigen Netzausbau bräuchten Airlines aber „wettbewerbsfähige Bedingungen”, damit der Netzausbau auch nachhaltig erfolgreich sein könne. „Die seit 2019 mehr als verdoppelten Steuern und Gebühren führen dazu, dass viele Airlines inzwischen einen Bogen um Deutschland machen“, warnt Kownatzki. Umso wichtiger sei es, dass die Politik „die signifikanten Wettbewerbsnachteile zu Lasten des heimischen Luftverkehrs korrigiert”.