WM-Serie: Kap Verde – wo die Musik zum Welterbe wurde

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Grafik mit einem Fußball und einem Hintergrund in Türkis, der geometrische Linien und die Zahl vier zeigt.

Nach dem überraschenden Einzug ins Sechzehntelfinale bei der aktuell stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft dürfte die Fußballbegeisterung in Kap Verde deutlich gestiegen sein. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli trifft Kap Verde auf Titelverteidiger Argentinien und die Spannung ist groß, ob das Land der großen Fußballnation die Stirn bieten kann, so wie es ihm schon im ersten WM-Spiel gegen den amtierenden Europameister Spanien gelungen ist.

Eine Reise zu den „Tubaroes Azuis, Blauen Haien“, wie die Spieler der Nationalmannschaft auch genannt werden, lohnt sich jedoch auch abseits des Rasens. Der Inselstaat im Atlantik begeistert mit Vulkanen, Traumstränden, Unesco-Welterbe und der Musik der legendären „Barfüßigen Diva“ Cesaria Evora.

Zehn bewohnte Inseln

Der Inselstaat mit knapp 600.000 Einwohnern liegt rund 500 Kilometer vor der Westküste Afrikas. Er besteht aus etwa 15 Inseln. Zu den bewohnten Inseln zählen Santo Antao, Sao Vicente, Sao Nicolau, Sal, Boa Vista, Maio, Santiago, Fogo und Brava. Nicht bewohnt sind die Inseln Santa Luzia, Branco und Raso sowie Inselgruppe Ilheus do Rombo. Die bekanntesten sind Sal und Boa Vista, die mit langen Sandstränden, ganzjährig angenehmen Temperaturen und guten Flugverbindungen punkten.

Doch der Archipel ist weit mehr als Badeziel. Santo Antao, die „Insel der Berge“, beispielsweise ist vor allem bei Wanderern beliebt. Auf Fogo dominiert der gleichnamige Vulkan Pico do Fogo die Landschaft. Mit knapp 2.830 Metern ist er die höchste Erhebung des Landes und noch immer aktiv.

Das Bild zeigt das Eingangsschild des internationalen Flughafens Cesária Évora mit der Bezeichnung in großen Buchstaben.
Der internationale Flughafen auf Sao Vicente wurde nach der Sängerin Cesaria Evora benannt. Foto: Abschied/iStock


Als kulturelles Zentrum gilt die Hafenstadt Mindelo auf Sao Vicente. Cidade Velha auf Santiago de Velha war einst ein wichtiger Stützpunkt im transatlantischen Handel und zählt heute zum Unesco-Welterbe.

Die „Barfüßige Diva“

Wer nach Kap Verde reist kommt an ihr vermutlich nicht vorbei: Sängerin Cesaria Evora. Sie wurde als „Barfüßige Diva“ bekannt, weil sie häufig ohne Schuhe auftrat. Ihre Musikrichtung Morna wurde 2019 von der Unesco in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Musik ist noch heute in Bars zu hören. Evora nahm unter anderem auch einen Song mit Peter Maffay auf.

Darüber hinaus wurde ein Flughafen nach ihr benannt: der internationale Airport auf Sao Vicente. Zudem ist die Sängerin auf dem 2.000-Escudos-Geldschein abgebildet.

So klein das Land auf der Landkarte wirkt, so groß ist seine Vielfalt. Zwischen Vulkanen, Wüstenlandschaften, Musik, Unesco-Welterbe und langen Stränden bieten die Kapverden weit mehr als klassischen Badeurlaub.

Mehr Infos auch zur bewegten Geschichte des Landes gibt es auf der Website von Visit Cabo Verde.

Die Kapverden waren bis zur Ankunft der Portugiesen im Jahr 1460 unbewohnt. Doch aufgrund ihrer Lage im Atlantik entwickelten sie sich zu einem der wichtigsten Handels- und Umschlagplätze zwischen Europa, Afrika und Amerika, insbesondere im Sklavenhandel. Nach dessen Abschaffung verlor der Archipel an Bedeutung und wurde von Dürren, Hunger und Auswanderung geprägt.

Erst 1975 erlangte Kap Verde die Unabhängigkeit von Portugal. Heute gilt das Land als eine der stabilsten Demokratien Afrikas.