„Schneller tippen kann ich auch nicht“, sagt Coach und Reisebüro-Inhaber Martin Hein. Eine Untertreibung – tatsächlich kann niemand so schnell tippen wie Chat GPT. In Nullkommanix hat der Chatbot bei einer Demonstration im Rahmen der zweiten Folge der Webinar-Reihe zum Thema Digitalisierung von Mein Reisebüro 24 und touristik aktuell Anfang Dezember ein Reiseangebot in eine Kunden-Mail verwandelt, mit Anrede, Emojis und freundlichen Grüßen am Schluss. Braucht man nur noch abzusenden und schon kann man ein To-do von der Liste streichen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen dafür, wie sich der mitunter rappelvolle Arbeitsalltag zum Beispiel im Reisebüro mit dem Einsatz neuerer Technologien effizienter gestalten lässt.
Chat GPT als Starter in den Tag
Davon berichtet auch Rainer Gnyp, Host der Webinar-Serie und Projektmanager der Online-Plattform Mein Reisebüro 24 von der Reisebürokette RTK. Inzwischen sei Chat GPT die erste App, die er morgens im Büro öffne, so Gnyp. Und auch den nächsten Auftrag erfüllt der chatfreudige Roboter bravourös. Auf der Suche nach familienfreundlichen Hotels auf Fuerteventura mit guten Bewertungen und in direkter Strandlage spuckt er prompt ein Dutzend aus. Eine Counter-Expertin bestätigt: Dieselben Häuser wären ihr spontan auch eingefallen.
Ein Social-Media-Post mit Ideen für eine Selbstfahrer-Rundreise in Schottland ist ruckzuck fertig. Auch ein kurzer Steckbrief mit den wichtigsten Fakten zu Costa Rica für Reisende ist flott erstellt. Allesamt Kleinigkeiten, in der Summe kann das schnell zu einer riesigen Erleichterung werden.
Bevor Gnyp und Hein noch tiefer in die Tool-Box greifen, noch der Tipp: „Fragen Sie Chat GPT einfach mal selbst: Wie kannst Du mich in meinem Job als Reiseverkäufer unterstützen?“ Daraus ergebe sich eine Reihe von Inspirationen, die man dann nach und nach testen könne.
Canva als „Multitalent“ für Grafikdesign
Als nächstes steht Canva auf dem Programm, ein Multitalent in Sachen Grafikdesign. In einer eingangs durchgeführten Umfrage hatten nur knapp 40 Prozent der insgesamt rund 150 Webinar-Teilnehmer angegeben, das Tool zu kennen oder zu nutzen. Sabrina Küchler, Art Direktorin aus dem Unternehmen von Martin Hein, will das ändern und demonstriert, wie mühelos sich die zahlreichen Vorlagen für Posts, Flyer oder Reels nutzen lassen. Sogar die Musik zum Unterlegen der Kurzvideos komponiert Canva auf Wunsch und erstaunlich präzise anhand einiger Vorgaben. Küchler rät, eine Lizenz für die Pro-Version der App zu erwerben.
Der schiere Umfang der Vollversion rechtfertige den fairen Preis von zwölf Euro monatlich. Außerdem könne man dann Millionen von Templates, Fotos oder Grafiken rechtssicher für den eigenen Internet- oder Social-Media-Auftritt verwenden. Die Design-Möglichkeiten seien schier endlos, weshalb es möglicherweise demnächst noch einmal ein eigenes Webinar nur für den Umgang mit Canva geben soll.
Ausblick: So verbessern Sie Ihre Website-Performance
Schließlich gab es noch einen kleinen Ausblick auf das nächste Webinar. Norick Porath, SEO-Profi aus dem Team von Martin Hein, wählt per Zufall die Website einer Teilnehmerin und prüft sie mit dem Blick des Homepage-Experten.
Innerhalb weniger Minuten hat er handfeste Tipps für Reisebüro-Inhaberin Emilia Willms von der Agentur Emi Reisen im hessischen Lich, wie sie mit ein paar einfachen Änderungen ihre Website-Performance verbessern kann. Der Cookie-Banner fehlt, die mobile Darstellung könnte optimiert werden, die Zwischenüberschriften müssen gefixt werden. Viel Lob erhält sie für ihren prominenten „Call to Action“-Button zur Terminvereinbarung und das gute Google-Ranking. „Danke für die Kurzanalyse, wird alles gleich umgesetzt“, schreibt Willms daraufhin im Chat-Bereich.
Die nächste Folge der Webinar-Reihe stellt all diese Themen dann in den Fokus und die Teilnehmer erfahren alles, was sie rund um Google My Business wissen müssen.
Felix Hormel




