Online-Marketing, Teil 3: Praxistipps für Google My Business – So werden Sie gefunden!

Gute Arbeit im Reisebüro ist das eine, gute Auffindbarkeit im Netz 
das andere. In der dritten Folge der Webinar-Serie „Digitalisierung“ von Mein Reisebüro 24 und
touristik aktuell wurden die Grundlagen von Google My Business vorgestellt.

Beim Thema Digitalisierung im Reisebüro ist es häufig so: Viele wissen theoretisch, welche Möglichkeiten bestimmte Tools bieten, haben aber keine rechte Vorstellung 
davon, wie sie selbst aktiv werden sollen. Geschweige denn, wie das Ganze überhaupt in der Praxis funktioniert. Da ist die Nutzung von Google My Business keine Ausnahme.

Im dritten Teil der Webinar-Reihe von Mein 
Reisebüro 24 und touristik aktuell nahm Coach und Reisebüro-Inhaber Martin Hein Mitte Dezember deshalb das wichtige Marketing-Instrument des Suchmaschinenbetreibers unter die Lupe. Bekannt ist das Tool auch unter dem Namen Google Business Profile – und genau das, nämlich ein Unternehmensprofil, lässt sich damit erstellen.

Relevant ist ein solches Profil, insbesondere für die lokale Auffindbarkeit. „Das Ziel jedes Reisebüros sollte es sein, bei einer mit dem Ort verknüpften Google-Suche möglichst weit oben aufzutauchen, idealerweise an erster Stelle“, so Martin Hein. Und das nicht etwa in der normalen Trefferliste, sondern im sogenannten „Local Teaser“ oder „Snack Pack“.

Der erscheint mit einer kleinen Ausschnittskarte und den typischen, roten Standortmarkierungen oben auf der Google-Seite und listet drei auf die Anfrage passende Unternehmen samt Adresse, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Rezensionen. Mit einem Klick landet man zudem auf der Firmen-Website. Das kennt jeder, der mal in 
einer fremden Stadt nach einem Friseur oder einem Asia-Imbiss gesucht hat.

Gute Rezensionen? Klick!

Geklickt wird erfahrungsgemäß am ehesten das Unternehmen, das die meisten und besten 
Rezensionen vorzuweisen hat. „Wenn ein Reisebüro aber gar kein Unternehmensprofil erstellt hat, kann es dort natürlich auch nicht auftauchen“, so Martin Hein.

Dass etliche Webinar-Teilnehmer in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf haben, zeigte eine kleine Umfrage, die Rainer Gnyp, Projekt-­Manager der Plattform Mein Reisebüro 24, der Online-Schulung voranstellte. Lediglich zehn Prozent der Teilnehmer gaben an, Google My Business aktiv zu nutzen.

Nach den Gründen gefragt, warum das kostenlose Tool bislang vernachlässigt wurde, antworteten mehr als die Hälfte mit „Ich weiß nicht, wie ich das Profil optimal einrichte“.

Das verdeutlichte Martin Hein anhand weniger Klicks. Wichtig zunächst: Die Anmeldedaten gut merken, denn sie werden für alle späteren Aktivitäten benötigt. Ist der Account mit der E-Mail-Adresse eines Mitarbeiters verknüpft, der das Unternehmen schon längst verlassen hat, ist es Hein zufolge recht kompliziert, das wieder geradezubiegen.

Weiterhin sollten möglichst viele Felder in der Eingabemaske so präzise wie möglich ausgefüllt werden. „Beim Namen des Unternehmens ist es wichtig, dass in der Keyword-Erweiterung das Wort Reisebüro auftaucht, so werdet ihr besser gefunden“, so der Tipp des Experten.

Aus „Urlaubsinsel Müller“ wird also „Reisebüro Urlaubsinsel Müller“ oder auch „Urlaubsinsel Müller / Reisebüro“.

Ebenfalls wichtig: ansprechende und im Idealfall professionelle Fotos oder Videos. „Bei dunklen oder unscharfen Bildern tendieren die User 
dazu, sich anderweitig umzuschauen. Es lohnt sich durchaus, ein bisschen Geld für einen Fotografen in die Hand zu nehmen“, sagt Hein.

Einzugsgebiet sorgfältig wählen

Beim Einzugsgebiet rät er dazu, dieses nicht zu weit zu fassen. Ein Reisebüro mit Sitz in Berlin-Marzahn sollte auch genau das angeben, selbst wenn es Kunden in der ganzen Stadt oder sogar aus dem restlichen Bundesgebiet hat. Doch sich mit dem Einzugsgebiet „Berlin“ oder gar „Deutschland“ gegen die zahlreiche Konkurrenz im Local Teaser durchzusetzen, sei geradezu 
unmöglich.

Der Google-Algorithmus belohnt zudem, wenn die Unternehmensbeschreibung ausgefüllt ist und dort wiederum häufig das Keyword Reisebüro vorkommt. In dem Feld kann man zum Beispiel eintragen, seit wann es das Unternehmen gibt und auf welche Reiseziele oder Reiseformen man sich spezialisiert hat.

Besonders viele Fragen kamen im Laufe des 
Webinars zum Thema Rezensionen auf. Diese entscheiden mit darüber, ob Neukunden ins 
eigene Reisebüro kommen oder sich für die Konkurrenz drei Straßen weiter entscheiden.

Der Nachteil der Google-Rezensionen: Jeder User mit Google-Account (also auch der Mitbewerber) kann eine schreiben, sie sind für jeden sofort sichtbar und es ist extrem schwierig, negative Rezensionen wieder löschen zu lassen. „Wenn es nicht beleidigend wird, würde ich ­ohnehin davon abraten“, sagt Hein. Besser: ­Zufriedene Kunden um ein positives Feedback bitten, damit der schlechte Kommentar weiter nach unten rutscht.

Kunden gezielt anschreiben

Um möglichst viele positive Rezensionen zu 
erhalten, empfiehlt Hein die Nutzung des Tools Proven Expert. Dieses ermöglicht es beispielsweise, Kunden direkt aus dem Midoffice heraus 
anzuschreiben. Diese Bewertungen stammen dann garantiert von tatsächlich existierenden Kunden und werden erst nach einer Woche freigeschaltet. So bleibt genügend Zeit, eventuell unzufriedene Kunden noch einmal zu kontaktieren. Diese Rezensionen tauchen zwar nicht 
im Local Teaser, aber in der normalen Google-Suche unter der eigenen Website auf.