Nach den Angriffen auf den Iran und den darauf folgenden Gegenschlägen auf zahlreiche Ziele im Nahen Osten und der Golfregion bleibt die Situation angespannt – auch für Touristen. Die Lufträume sind zum Großteil geschlossen, weder Reedereien noch Reiseveranstalter und Airlines können ihren Gästen die Ausreise ermöglichen. Das gilt auch für die Bundesregierung.
Deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die derzeit im Nahen Osten und der Golfregion gestrandet sind, werden laut Außenminister Johann Wadephul nicht von der Bundesregierung ausgeflogen: „Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen“, so Wadephul. Für zahlreiche Destinationen hat das Auswärtige Amt Reisewarnungen ausgesprochen. Betroffen sind laut DRV aktuell rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern, die sich derzeit in der Region aufhalten oder Flüge über diese Drehkreuze in der Region haben.

Während Kreuzfahrtpassagiere etwa bei TUI Cruises und MSC am Wochenende aufgefordert wurden, auf die Schiffe zurückzukehren und dort die weitere Entwicklung abzuwarten, war in vielen Gegenden Dubais von der Ausnahmesituation nichts zu spüren. „Die Cafés sind geöffnet, die Menschen sind in den Straßen unterwegs, von Angriffen spüre ich aktuell nichts“, sagte ein Reiseverkäufer am Sonntagnachmittag gegenüber touristik aktuell.
Hotelbrände in Dubai ohne schwere Folgen
Tatsächlich scheint die Flugabwehr der Vereinigten Arabischen Emirate zu funktionieren: Die zwischenzeitlichen Brände in einigen Wohnvierteln sowie in den Hotels Fairmont auf der Halbinsel The Palm und Burj al Arab am Jumeirah Beach wurden offenbar von zuvor abgeschossenen Raketen beziehungsweise Drohnen verursacht.
Das Feuer beim Burj al Arab wurde schnell gelöscht, auch beim Fairmont The Palm hatte die Feuerwehr Berichten zufolge die Lage schnell im Griff. Es seien vier Gäste leicht verletzt worden, hieß es in Medienberichten. Tote gab es in beiden Hotels nicht.
Lufthansa fliegt Mitarbeiter aus
Die Lufthansa Group begann am Wochenende mit „internen Evakuierungen“: Wie eine Sprecherin der LH-Tochter Austrian Airlines (AUA) der österreichischen Zeitung „Kurier“ sagte, sei eine AUA-Maschine ohne Passagiere von Wien aus nach Muscat in den Oman gestartet, um dort stationierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszufliegen. Der Flughafen Maskat war zwischenzeitlich nicht gesperrt, anders als in Dubai und Abu Dhabi. Dort wurden alle Flüge vorrübergehend ausgesetzt. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird, ist aktuell unklar.
Viele Reisebüros waren am Wochenende für ihre Kunden da, informierten direkt oder über Social Media. Die Reiseveranstalter haben vorerst alle Reisen bis 3. März abgesagt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Stornos verlängert werden.
Die Reisebüro-Allianz QTA hat aufgrund der aktuellen Situation Reisebüros heute Vormittag zu einer Online-Konferenz eingeladen. Es gehe um eine „fundierte Einordnung und konkrete Orientierung“, so QTA-Sprecher Thomas Bösl gegenüber touristik aktuell. Mit dabei waren Melanie Gerhardt, Krisen-Managerin bei Dertour, sowie Alessia Vicentelli von der Dertour-Incoming-Agentur in Dubai. Beide gaben einen aktuellen Lagebericht sowie eine Einschätzung zur weiteren Entwicklung.
Aufgrund des großen Andrangs – in dem Webinar waren letztlich 800 Teilnehmer – konnten nicht alle Interessenten den Talk verfolgen. Die QTA bedauert das und hat eine Zusammenfassung versprochen. Sobald die kommt, wird touristik aktuell berichten. Denn wir selbst konnten uns auch nicht einloggen….


