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Europäische Kulturhauptstädte mit großem Programm

Novi Sad gilt als Stadt der Brücken

Novi Sad gilt als Stadt der Brücken. Foto: SKunevski/iStockphoto

Ein Hingucker: das Schloss in Kaunas

Ein Hingucker: das Schloss in Kaunas. Foto: Mimzy/pixabay

Die alten Industrieanlagen in Belval in der Nähe von Esch-sur-Alzette werden in Szene gesetzt

Die alten Industrieanlagen in Belval in der Nähe von Esch-sur-Alzette werden in Szene gesetzt. Foto: Project Musique et Acier

Sie liegen geografisch weit auseinander und haben doch eine Gemeinsamkeit: Novi Sad in Serbien, Kaunas in Litauen und Esch-sur-Alzette in Luxemburg tragen den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2022“. Die drei Städte sind jeweils die zweitgrößten ihres Landes und stehen im Schatten der Hauptstädte Belgrad, Vilnius und Luxemburg. Der Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ bietet ihnen die große Chance, in die erste Reihe zu treten und international bekannter zu werden. Im Zuge der Auszeichnung haben alle drei Städte ein umfangreiches Kulturprogramm auf die Beine gestellt. 

Novi Sad, Kaunas, Esch-sur-Alzette präsentieren sich

Novi Sad hat sein Programm unter das Motto „4 New Bridges“, „Vier neue Brücken“ gestellt. Esch-sur-Alzette hat mit weiteren Kommunen der Region das Programm „Remix“ erarbeitet. Es soll den Mix der Kulturen in der Region darstellen und den Strukturwandel zeigen und wird am 26. Februar eröffnet. Und auch Kaunas präsentiert sich und seine bewegte Geschichte mit verschiedenen Veranstaltungen. Geplant hat Kaunas mehr als 40 Festivals, 60 Ausstellungen und rund 250 Kunst- und Musikveranstaltungen. Zu den Highlights gehören Ausstellungen weltbekannter Künstler wie Yoko Ono, Marina Abramovic, William Kentridge sowie eine Theaterinszenierung von Robert Wilson

Dass es in diesem Jahr drei Kulturhauptstädte gibt, ist der Corona-Pandemie geschuldet. 2020 hatten sich Galway (Irland) und Rijeka (Kroatien) den Titel geteilt, den sie aufgrund der Krise auch 2021 trugen. Timisoara (Rumänien) und Eleusis (Griechenland), die vergangenes Jahr ausgezeichnet werden sollten, werden den Titel nun erst 2023 tragen. 

2025 trägt Chemnitz den Titel

Novi Sad aus dem EU-Anwärterland Serbien sollte ebenfalls bereits 2021 als Kulturhauptstadt geehrt werden, was auf dieses Jahr verschoben wurde. Nun teilt sich die serbische Stadt den Titel mit Kaunas und Esch-sur-Alzette. Eine deutsche Europäische Kulturhauptstadt wird es übrigens erst 2025 wieder geben: Chemnitz wird sich dann den Titel mit dem slowenischen Nova Gorica teilen. 

EU zeichnet seit 1985 Städte aus

Seit 1985 zeichnet die Europäische Union jedes Jahr eine Kulturhauptstadt aus. Ziel ist, so schreibt die Bundesregierung, „den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa deutlich zu machen und Brücken zwischen den Staaten Europas zu bauen“. Zu diesem Zweck erhalten die Städte Fördermittel der EU. 

Seit 2007 werden jährlich zwei Städte ausgewählt, alle drei Jahre zudem eine dritte Stadt aus Ländern, die der EU beitreten wollen, wie in diesem Jahr das serbische Novi Sad. 

Mehr zu den diesjährigen Europäischen Kulturhauptstädten lesen Sie in der ta-Ausgabe 07-08/2022. 

 
Ute Fiedler
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