KI am Counter: „Reisebüros müssen mit der Zeit gehen“

KI verändert auch die Reisebranche rasant: Nico Neser, Gründer der Reiseplattform Tripbot, erklärt, wie digitale Technologien Reisebüros stärken und ihnen neue Chancen bieten können.

Porträt eines jungen Mannes mit schwarzem T-Shirt in einem Hausflur
Nico Neser hat das Portal Tripbot im Alleingang realisiert. Foto: privat

Nico Neser, der 21-jährige Gründer des KI-gestützten Reisesuchportals „Tripbot“, sieht für Reisebüros trotz der Konkurrenz durch Online-Portale weiterhin eine wichtige Rolle – vorausgesetzt, sie passen sich der digitalen Entwicklung an.

„Reisebüros müssen mit der Zeit gehen und sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen“, betont der Jungunternehmer im Interview mit touristik aktuell. KI könne zum Beispiel Routineaufgaben übernehmen, sodass Reiseverkäufer mehr Zeit für die individuelle Beratung ihrer Kunden haben.

Mehr GEO als SEO

Wichtig sei auch, dass Reisebüros ihre Online-Präsenz stärken – nicht nur durch bessere Webseiten, sondern vor allem durch ihre Auffindbarkeit in KI-gestützten Antwortsystemen. Wichtig sei künftig daher nicht mehr so sehr SEO für die Suchmaschinen, sondern GEO (Generative Engine Optimization). „Technisch ist das möglich, indem man KI-Assistenten über einen MCP-Server mit Reise-Datenbanken verbindet“, erläutert Neser. Auch im Marketing könnten Reisebüros KI nutzen, um gezielt neue Kunden anzusprechen.

Der Fachabiturient aus dem bayerischen Adelsdorf hat die Plattform Tripbot im Alleingang aus der Taufe gehoben mit dem Ziel, die Suche und Planung von Reisen grundlegend zu vereinfachen. Bestehende Reiseportale würden Nutzer oft mit unübersichtlichen Datenmengen überfordern, erklärt Nico Neser. „Mit Tripbot will ich ein agentisches Reisesystem entwickeln, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz Bedürfnisse der Kunden in konkrete Vorschläge und bestenfalls Buchungsdaten übersetzt.“

Tripbot: Kooperation mit Reisebüros denkbar

Obwohl Neser sein Projekt noch in einer frühen Phase sieht, schließt er eine Zusammenarbeit mit Reisebüros in der Zukunft nicht aus. Seine Plattform könnte zum Beispiel Reiseberatern bei der Recherche helfen. Denkbar sei auch, Inhalte von spezialisierten Reisebüros in das System einzubinden und suchende Kunden gezielt auf diese Agenturen weiterzuleiten. „Da ist sicherlich einiges möglich“, so der Tripbot-Gründer.

Das komplette Gespräch mit Nico Neser lesen Sie im Themenschwerpunkt Technologie in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 20/2026), die auch als E-Paper erhältlich ist.

Gewinnspiele