Seit 2008 organisiert Steven Mathes, Inhaber der Lingenfelder Reiselounge, Sportgruppenreisen für seine Kunden – regelmäßig etwa zu Fußball-Welt- und Europameisterschaften. Eigentlich hätte er im Juni mit 40 Fans nach New Jersey reisen wollen, um die deutsche Nationalmannschaft beim Vorrundenspiel gegen Ecuador zu unterstützen. Doch daraus wird nichts: Steven Mathes hat die Reise abgesagt.
Am Telefon macht er keinen Hehl daraus, was er vom derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump und seiner Politik hält. „Trump hat so viel Unheil in die Welt gebracht. Deshalb boykottiere ich die Weltmeisterschaft – auch wenn es mir schwerfällt. Eigentlich bin ich großer USA-Fan. Doch was derzeit dort passiert, ist ein Unding.“
Immer mehr Teilnehmer sagten ab
Die Entscheidung fiel auch vor dem Hintergrund sinkender Teilnehmerzahlen. Von ursprünglich 40 Interessierten blieben zuletzt nur 14 übrig. „Die Verunsicherung ist groß. Mit dieser Gruppe wäre ich sehr gern gereist, aber ich will ein Zeichen setzen und kein Risiko eingehen“, sagt Mathes. Man wisse ja nicht, was noch passiere.

Mathes verweist auf die Situation an den Flughäfen, an denen Passagiere teilweise stundenlang warten, bis sie einreisen können. Und darauf, dass laut Medienberichten größere Menschenansammlungen verboten seien. „Wie soll denn da Stimmung aufkommen, wie sollen die Fans feiern?“
Verzicht auch auf WM in Katar und Russland
Die verbliebenen Teilnehmer haben laut dem Reiseprofi mit großem Verständnis auf seine Absage reagiert. „Sie finden selbst nicht gut, was in den USA passiert. Zudem habe ich ja auch eine Fürsorgepflicht.“
Es ist bereits die dritte Weltmeisterschaft in Folge, zu der Mathes keine Gruppenreise anbietet – zuvor verzichtete er auch auf Reisen nach Russland und Katar. Für 2030 plant er jedoch, wieder vor Ort zu sein. Das Turnier soll anlässlich des 100. WM-Jubiläums in sechs Ländern auf drei Kontinenten stattfinden: Spanien, Portugal und Marokko sowie Argentinien, Uruguay und Paraguay.
Sportreisen als wichtiges Standbein
Sportreisen sind für den Rheinland-Pfälzer und großen Fan des 1. FC Kaiserslautern inzwischen ein wichtiges Standbein. Neben Fußball spielt auch die Formel 1 eine große Rolle. Durch sein großes Netzwerk und seine vielen guten Kontakte zu Sportfunktionären & Co gelangt er ohne Probleme an Tickets zu „angemessenen Preisen“.
Dennoch hofft Mathes, bald wieder unbeschwert Reisen in die USA anbieten zu können: „Vor Trump haben wir ein bis zwei Reisen pro Woche verkauft. Aktuell ist die Nachfrage nahezu bei null.“


