Reisebüro-Technik: Es geht um Automatisierung

Auch wenn es manchmal nervt: Viele Mitarbeiter am Reisebüro-Counter sind offen für neue Technik. Vor allem dann, wenn sie ihnen die Arbeit erleichtert. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des IT-Anbieters Ratehawk. Konkret heißt das: Mehr als die Hälfte aller deutschen Reiseverkäufer (57 Prozent) befürworten eine verstärkte Automatisierung am Reisebüro-Counter.

Im Blick haben die Reiseprofis dabei vor allem die Unterstützung bei der Suche nach passenden Reiseangeboten. Sie nimmt der Umfrage zufolge bei 41 Prozent der Befragten die meiste Arbeitszeit in Anspruch, kommt technisch aber in Fahrt, wie unter anderem das Beispiel TUI Tours zeigt.

Mid- und Backoffice-Tools im Fokus

Auffallend war darüber hinaus in vielen Gesprächen von touristik aktuell mit Reiseverkäufern: Neuerungen im Bistro-Portal werden oft mit Skepsis wahrgenommen, verbesserte Mid- und Backoffice Tools, aufgepeppte Homepages und Schnittstellen zwischen dem Internet und dem eigenen Back- und Midoffice werden bejubelt. Bei Letzterem geht es aktuell rasant voran, Vorreiter ist dabei das Tool Pro Mid des Münchner IT-Anbieters Check IT.

Neue Hompeage- und IBE-Konzepte

Auffällig ist, wie aktiv IT-Anbieter sowie die Ketten und Kooperationen aktuell in die Weiterentwicklung von Reisebüro-Homepages und IBE-Tools investieren, darunter Best-Reisen, LCC, Onlineweg.de und Solamento. Auch Traffics ist mit dabei: Die Berliner stellen mit ihrer „Evolution IBE Next“ auf der ITB die nächste Generation ihrer Internet Booking Engine vor.

Die Traffics-Lösung richtet sich an Reiseveranstalter, Online-Reiseportale (OTA) und Reisebüros, die ihre Online-Vertriebskanäle stärken und ihren Kunden ein „durchgängiges Buchungserlebnis“ bieten möchten, heißt es in der Eigenwerbung. Der gesamte Buchungsprozess – von der Suche bis zum Abschluss – sei „intuitiv gestaltet, mobil optimiert und darauf ausgelegt, Conversion-Raten zu steigern und Buchungsabbrüche zu reduzieren“.

Kritik: „Zu viele Standard-IBEs“

Auch SLB Services, ebenfalls mit Sitz in Berlin, hat sich dem Thema IBE angenommen. Mit einer neuen, KI-gestützten Software wolle man stationären Reisebüros die „digitale Schlagkraft großer Online-Portale verschaffen“, kündigt CEO Martina Seefeld an. Während Plattformen wie Check24 oder Booking Milliarden in Technologie, Datenanalyse und KI investieren würden, kämpften viele stationäre Reisebüros mit standardisierten Buchungsstrecken und begrenzter digitaler Sichtbarkeit.

Das müsse nicht sein: Zur ITB stellt SLB Services den eigenen Versprechungen zufolge eine Lösung vor, die das Technologie-Gefälle im Reisevertrieb reduzieren soll: den „SLB IBE Hub-Server“. Der sei „anders als klassische White-Label-Lösungen“ keine weitere Standard-IBE, sondern eine technologische Infrastruktur, mit der Reisebüros ihre eigene Plattform betreiben können.

Weitere Infos zu News und Updates in Sachen Reisebüro-Technik finden Sie im Themenschwerpunkt „Technologie“ in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 04/2026). Sie kann auch als E-Paper aufgerufen werden.