Schmetterling bringt Agentic AI in den Reisevertrieb

Mann im blauen Anzug mit Krawatte hält Unterlagen vor einer Präsentationsleinwand.
Ömer Karaca: Der IT-Experte und Schmetterling-Chef will KI fest im Reisebüro verankern. Foto: Schmetterling

Künstliche Intelligenz verändert den Reisevertrieb – und ist aktuell Thema einer jeden Reisebüro-Tagung. So auch beim großen Jahres-Event der Schmetterling-Kooperation, das aktuell auf Rhodos stattfindet. Die Botschaft von Schmetterling-Chef Ömer Karaca: „Wir bringen Agentic AI an den Counter.“

Das Ziel: Die neue Technik soll jene Stärken in den Mittelpunkt rücken, die kein Algorithmus der Welt ersetzen kann – Qualität, Persönlichkeit und Beratungskompetenz. „Gleichzeitig fördern die neuen Werkzeuge gezielt die Sichtbarkeit der Büros, stärken die Kundenbindung durch passgenaue Angebote und steigern die Profitabilität“, versprach Ömer Karaca während seiner Keynote-Rede. Zuvor hatte schon Rita-Chef Kurt Koch verkündet: „Der persönliche Reisevertrieb wird zu den KI-Gewinnern gehören.“

Gezielte Lead-Generierung für mehr Umsatz

Basis dafür ist unter anderem eine proaktive Leadgenerierung aus dem bestehenden Kundenstamm. Hier gebe es „großes Potenzial“, so Karaca. Mit der Agentic AI und dem neuen „KI Pilot“, der durch eine vertiefte Verzahnung von Argus, Xena und Neo im Hintergrund arbeite, stehe bislang ungenutztes Potenzial zur Verfügung.

Die Idee: Der KI Pilot analysiert das Buchungsverhalten der vergangenen drei Jahre und ermittelt, welche Kunden wieder bereit für die nächste Reiseplanung sind. Ob zum Beispiel eine Vorliebe für Schiffsreisen oder Strandurlaube besteht, leitet das System aus den bisherigen Daten ab und generiert entsprechende Reiseideen.

Die Kommunikation dafür erfolge automatisiert, wirke für den Kunden jedoch stets authentisch, so Karaca. Denn der Versand erfolge im Namen und mit dem Absender seines Reisebüros.

Nächster Schritt im automatisierten Marketing

Damit geht der KI Pilot ähnliche Wege wie bisherige Tools im digitalen Marketing und hat das Zeug dazu, die Kundenbeziehung der Reisebüros enger zu gestalten. Erhält das Reisebüro beispielsweise eine Anfrage vom Kunden und das Midoffice-System Argus ordnet das Geschriebene als konkrete Reiseanfrage ein, bietet der KI-Pilot dem Expedienten an, die Angebotsausarbeitung selbstständig zu übernehmen.

Anhand der übermittelten Kontaktdaten ruft das System die entsprechende Kundenakte auf und leitet die Informationen nahtlos an das Beratungs- und Vergleichssystem Xena weiter. Dort greift die Technik auf bekannte Buchungsgewohnheiten zurück und sucht passende Reiseangebote heraus. Im Anschluss werden die erstellten Angebote direkt an den Kunden gesendet.

Karaca zufolge endet die Begleitung durch die Agentic AI nicht mit dem Abschluss einer Buchung. Mit jeder Interaktion lerne der KI-Pilot dazu und halte die Kundenprofile in Argus selbstständig auf dem aktuellen Stand. Die Datenpflege ist in vielen Reisebüros nach wie vor ein großes Thema – und könnte sich durch KI wie die von Schmetterling künftig deutlich bessern.

KI hilft auch beim Kontakt nach der Reise

Kehren Kunden aus dem Urlaub zurück, verschickt der KI Pilot eine „Willkommen zurück“-Nachricht und plant bereits den nächsten Schritt mit Blick auf die kommende Saison. Dabei geht es um inspirierende Ideen sowie um Frühbucherangebote. Der große Vorteil: Der KI-Pilot identifiziert automatisch den Kundenkreis, zu dessen Profil die jeweiligen Angebote passen.

Provisions-Cockpit für mehr Ertrag

Um mehr Durchblick bei den teils komplexen und mitunter gedeckelten Provisionsstrukturen zu schaffen, hat Schmetterling darüber hinaus den in Xena integrierten Provisionskompass weiterentwickelt. Als intuitives Ampelsystem zeigt er sofort an, wie wirtschaftlich attraktiv ein Angebot ist.

Sowohl Reiseverkäufer als auch der KI-Pilot werden so gezielt zu den Reisen geführt, die den Kundenwunsch erfüllen und das Reisebüro optimal vergüten. Die Basis dafür bildet das neue Provisions-Cockpit. Es erfasst nicht nur klassische Pauschalreisen, sondern das gesamte Spektrum: Versicherungen, Nur-Hotel-Buchungen, Hotelboni und alle Nebenleistungen.

Herzstück des Cockpits ist laut Ömer Karaca eine „intelligente Prognosefunktion“. Sie baut auf drei Säulen auf und dient nicht nur der individuellen Bürolenkung, sondern liefert der Schmetterling Zentrale auch fundierte Daten für künftige Verhandlungen der Zentrale mit Leistungsträgern.

Wie Reisebüros bislang Künstliche Intelligenz nutzen, lesen Sie in unserer Umfrage der Woche.