Deutschlands größte Reiseveranstalter TUI und Dertour rechnen für den kommenden Sommer mit einem starken Last-Minute-Geschäft, aber keiner Rabattschlacht. Es werde „sicher auch einzelne Ausnahmen“ geben, „aber insgesamt werden die Last-Minute-Preise nicht unter die Frühbucherangebote rutschen“, waren sich während einer Podiumsdiskussion auf der Schmetterling-Tagung die Top-Managerinnen Uta Martens von Dertour und Ilka Lauenroth von TUI einig.

Auch Coray Kavdir von Coral Travel und DRV-Präsident Albin Loidl betonten auf der Bühne des Rhodos Palace Hotels, für den Verlauf der weiteren Saison optimistisch zu sein. Ganz deutlich machte es Ilka Lauenroth. Mit Blick auf TUI sagte sie: „Wir haben noch einiges zu verkaufen – und wir haben gute Preise.“
TUI setze dabei stark auf den Reisebüro-Vertrieb, der sich insgesamt besser entwickele als der Eigenvertrieb. Reisebüros seien für TUI „viel mehr als ein Vertriebskanal“, sondern ein extrem wichtiger Partner und ein „Vertrauensanker und Seelsorger“ für viele Kunden.
Last-Minute ja, aber keine Rabattschlacht
Schmetterling-Manager Richy Reindl wies während der Podiumsrunde darauf hin, dass derzeit vieles vom weiteren Verlauf des Iran-Krieges abhänge. Dieser beeinflusse nicht nur den Ölpreis, sondern sorge auch weiterhin für Unsicherheit bei vielen Kunden. Das Ziel der Veranstalter müsse „auf jeden Fall sein, dass die Frühbucherpreise nicht durch Last-Minute-Rabatte unterboten werden“, so Reindl. Der Wert der Frühbucherpreise müsse erhalten bleiben.
Auch er ging in diesem Zusammenhang auf den Direktvertrieb der Veranstalter ein. „Das ist mir lieber als die Abhängigkeit der Veranstalter von einem gewissen Münchner Online-Portal.“
Flextarife als Nachteil?
Uneinigkeit herrschte auf dem Podium bezüglich der Zahl der Kunden, die Flextarife dafür nutzen, im Fall der Fälle kurzfristig zu stornieren und die gleiche Reise mit Cashback online neu buchen. Die Zahl dieser Kunden sei „sehr gering“, betonten Ilka Lauenroth und Uta Martens, der Tarif werde „nicht massiv missbraucht“, so Martens.
Rückendeckung erhielten sie dabei von Coral-Chef Coray Kavdir. Auch er sprach von kleinen Zahlen, denn allein schon die Anzahlung halte viele Kunden zurück, „einfach mal so zu stornieren“.
Aus Sicht von Schmetterling-Manager Richy Reindl ist die Zahl der Stornierer und Cashback-Neubucher dagegen „höher, als behauptet wird“. Sein Vorschlag: Der Flextarif sollte durch eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit ersetzt werden. Dann bleibe der Reisebüro-Kunde auch ein Reisebüro-Kunde.
Was die Schmetterling-Chefs Ömer Karaca und Anya Müller-Eckert zum Auftakt der Bühne sagten, lesen sie in unserer Meldung zum Auftakt der Schmetterling-Tagung auf Rhodos.


