
Der anhaltende öffentliche Druck aufgrund der Rückvergütungspraxis mit Banken und Sparkassen hinterlässt beim Reisevermittler Urlaubsplus offensichtlich Spuren. So werden Reiseverkäufer, die in Social-Media-Foren ihrer Ketten und Kooperationen Kritik an Urlaubsplus üben, inzwischen offenbar juristisch belangt und mit einstweiligen Verfügungen belegt. Wie viele Reisebüros betroffen sind, ist nicht bekannt.
Selbst die Zentrale der RTK-Kooperation wurde inzwischen durch den Urlaubsplus-Anwalt Christopher Lieb kontaktiert. Zu Details dazu will Geschäftsführer Thomas Bösl keine Stellung beziehen, allerdings rückt er auch nicht von seiner Position ab: „Wie auch immer, wir bleiben unserer Linie gegen Rückvergütung treu“, betont Bösl auf Anfrage von touristik aktuell. Kern der Kritik ist die Geschäftsstrategie von Urlaubsplus, Reisen auf der Basis von Rückvergütungen in Höhe von fünf bis sieben Prozent über Banken und Sparkassen zu vermitteln. Mit diesem Konzept gelang es dem Unternehmen, Kooperationen mit Dutzenden Kreditinstituten im gesamten Bundesgebiet einzugehen.
Dies ist zwar juristisch legitim, schadet aber der gesamten Branche, sind inzwischen viele Reiseveranstalter überzeugt und haben die Zusammenarbeit mit Urlaubsplus entsprechend beendet. Damit verschwinden sie allerdings nicht zwangsläufig aus dem Portfolio: So landete Anfang Juli die Testbuchung einer Neckermann-Reise bei Fasan Reisen in Österreich. Agenturinhaber ist das Wuppertaler Unternehmen TMG – Der Reisejoker.


