Die Schatzinseln

Traumkulisse: Bei einer Dhau-Safari entdeckt man einsame Inseln im Quirimbas-Archipel. Foto: hb

Die Ruinen verfallener Handelshäuser säumen die sandigen Straßen. Ziegen besetzen die Veranden, in den Innenhöfen blühen Feuerakazien. In einer Festung aus der Kolonialzeit klöppeln Silberschmiede, daneben stehen unter Palmen die mit Reet gedeckten Lehmhütten der Fischer.

Früher präsentierte sich die Insel Ibo nicht als Mix aus Geisterstadt und lebendigem Dorf, sondern als trauriger Ort: Sie war Station im arabischen Sklavenhandel. Später wurde sie Portugals Bastion in Ostafrika, anschließend passierte lange nichts. Nun erwacht Ibo aus dem Dornröschenschlaf und mit ihr die ganzen Quirimbas.

Mehr als 30 Inselchen liegen wie an einer Perlenkette aufgezogen vor Mosambiks Küste, weit im Norden an der Grenze zu Tansania. Per Flieger kommt man recht schnell hin, mit dem SAA-Partner Airlink von Johannesburg nach Pemba. Weiter auf die Eilande des Archipels geht es per Kleinflugzeug oder Helikopter.

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Weiße Farbe als Sonnenschutz

Ibo ist die verträumte Insel mit vielfältiger Geschichte. Und mit interessanten Menschen: Wenn man auf die Einheimischen trifft, sprechen diese einen lokalen Suaheli-Dialekt und überraschen mit weiß angemalten Gesichtern.

Die Bemalung „Mussiro“ soll vor der Sonne schützen und das Gesicht samtweich halten. Die schöneren Strände gibt es aber auf den Nachbarinseln und den vorgelagerten Sandbänken: Der Großteil der Quirimbas ist unbewohnt und besteht nur aus Korallen, Mangroven und weißem Sand.

Vor mehr als 600 Jahren machte hier Vasco da Gama Station, der Entdecker des Seewegs um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien. Heute kann man es ihm gleichtun. Indes nicht mit einem schweren Dreimaster, sondern einer schlanken Dhau und deren Team. Für Gäste der Ibo Island Lodge, die in drei 150 Jahre alten Kolonialgebäuden residieren, wird eine Dhau-Safari zu den Inseln in der Umgebung organisiert. Unterwegs wird geschnorchelt und gepaddelt, ein Koch bringt frischen Fisch auf den Grill. Geschlafen wird in Zelten mit Feldbetten am Strand. Die sechstägige Tour gibt’s bei Boomerang Reisen.

Barfuß-Luxus à la Robinson

Moja Travel kombiniert Ibo bei einer neuntägigen Tour mit der weiter südlich liegenden Ilha de Mocambique: Diese Insel in der Nähe von Nampula zählt zum Welterbe der Unesco. Das Eiland ist winzig, nur 500 Meter breit und drei Kilometer lang, bietet aber eine Mischung aus Orient und Okzident wie Sansibar in Tansania. Da gibt es das riesige Fort, die Kirchen, den Palast des Gouverneurs, und ein Krankenhaus, das aussieht wie ein Schloss.

Doch die Quirimbas stehen vor allem für Barfuß-Luxus in schicken Unterkünften. Auf einer abgelegenen Privatinsel liegt das Anantara Medjumbe Island Resort. Bei Dertour Deluxe im Katalog ist das Azura Quilalea Island Resort. Das exklusivste Angebot bietet Vamizi Island, neuerdings verwaltet von dem Safarispezialisten And Beyond.

Sechs private Villen bieten bis zu sechs Schlafzimmer und liegen direkt am Strand. Hier funktioniert, was der offizielle Marine-Nationalpark nicht leistet: Ein Meeresschutzgebiet sorgt dafür, dass die Korallenbänke intakt bleiben und man beim Schnorcheln und Tauchen 400 Arten Fische beobachten kann. Berühmt ist „Neptune’s Arm“, ein Kindergarten für Graue Riffhaie. Buckelwale machen hier von Juli bis September Station, im Frühling schlüpfen die Meeresschildkröten.

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