Im Land der weißen Python

In Limpopo gibt es zahlreiche Game Reserves für Safari-Erlebnisse
In Limpopo gibt es zahlreiche Game Reserves für Safari-Erlebnisse
Horn an Horn! Wer ist der stärkste im Busch?
Horn an Horn! Wer ist der stärkste im Busch? Fotos: jl

Phanie kriecht unter einen Busch und angelt ein verwittertes Holzgefäß hervor. „Vielleicht hat es meiner Großmutter gehört“, sinniert er und blickt von der Anhöhe in ein weites Tal, in dem der Luvuvhu-Fluss durch dichtes Gebüsch mäandert. Riesige Baobabs strecken ihre Äste in den schimmernden Abendhimmel. In der Ebene zieht eine Büffelherde Richtung Fluss, und nicht weit entfernt hört man Elefanten, die durch den Busch wandern. Das Gebiet im Norden des Krüger-Nationalparks am Pafuri Gate gehörte dem Stamm der Makuleke, bis sie vom damaligen Apartheid-Regime vertrieben wurden. 1998 erhielten sie ihre Landrechte zurück und verpachten nun Konzessionen an private Lodge-Betreiber, wie die des Pafuri Camps und der Lodge The Outpost.

Kunst und Kultur

„Das ist perfekt für uns“, sagt Phanie Risimati, „wir haben Pachteinnahmen, bekommen Jobs in den Lodges und können jederzeit die Heimat unserer Vorfahren besuchen.“ Phanie arbeitet als Safari-Ranger im Pafuri Camp. Wenn die Sonne vom Himmel brennt und der Durst übermächtig wird, ziehen Hunderte Elefanten an den Wasserlauf. Danach streifen die grauen Riesen durchs Pafuri Camp und kosten von den Mopane-Bäumen.

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Von der Makuleke-Region geht es in die Soutpansberge, eine liebliche Hügellandschaft, die ungeahnte Schätze birgt. So etwa den geheimnisvollen Lake Fundudzi. Der See spielt im traditionellen Leben der Venda eine wichtige Rolle, erzählt Alfred Ramolefo, der als Guide in der Madi a Thavha Mountain Lodge arbeitet und dort Kunst- sowie Kulturtouren anbietet: „Die Venda-Mädchen tanzen am Lake Fundudzi den Tomba. Damit bitten sie die weiße Python, die im See leben soll, um Fruchtbarkeit.“ Die Soutpansberge sind eine Fundgrube für alle, die an Kunst und außergewöhnlichem Kunsthandwerk interessiert sind.

Safari in der Waterberg-Region

Wem nach Kunst und Kultur der Sinn wieder nach Safari steht, fährt in vier bis fünf Stunden zum Waterberg Plateau mit seinen zahlreichen Game Reserves und Safari-Lodges. „Das einzige noch nahezu ursprüngliche Gebiet in Südafrika“, meint Clive Walker. Der 82-jährige ehemalige Conservation-Manager war 2001 maßgeblich an der Errichtung eines Unesco-Biosphärenreservats Waterberg, dem einzigen Savannen-Biosphärenreservat der Welt, beteiligt und widmet sich nun dem Naturschutz. „Clive kennt den Waterberg besser als jeder andere, er ist unser Gedächtnis“ sagt Ant Baber, dem mit seiner Frau Tessa das Ant’s Private Game Reserve mit den Lodges Ant’s Hill und Ant’s Nest in der Waterberg-Region gehört.

Ant und Tessa haben sich vor allem dem Nashorn-Schutz verschrieben und besitzen elf Tiere. Damit die Anti-Wilderer-Einheit die Tiere nachts besser verfolgen und beschützen kann, versammelt Ant die Tiere zur Dämmerung an seinem Privathaus. Gäste des Game Reserves dürfen zuschauen. Sie erleben ein unvergessliches Spektakel, wenn die tonnenschweren Kolosse inmitten einer Staubwolke herantraben und sich dann Horn an Horn gegenüberstehen, um auszuloten, wer der Herr im Haus beziehungsweise im Busch ist.

Von Jutta Lemcke

Reiseinformationen

  • Veranstalter: Eine individuelle Mietwagenrundreise ist zum Beispiel beim Spezialveranstalter Abendsonne Afrika buchbar.
  • Auskunft: Detaillierte Informationen zu Limpopo gibt es (auf Englisch) unter www.golimpopo.com. Deutschsprachige Infor-mationen zu Südafrika unter: www.dein-suedafrika.de sowie der kostenfreien Service-Nummer 08 00 / 1 18 91 18.
  • Reisezeit: In den trockenen Monaten des südafrikanischen Winters sind die Nächte frisch, tagsüber wird es angenehm warm. Die Safari-Bedingungen sind gut, da viele Bäume und Büsche noch keine Blätter tragen und Tiere gut gesehen werden können. Die Trockenheit führt überdies dazu, dass vermehrt Tiere an die Wasserlöcher und Flussläufe kommen.

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