Am Ende der Welt

Ein Leuchtturm steht auf einer Klippe
Der Leuchtturm ­ in Cabo Fisterra markiert das Ende der Welt. Foto: LuisPinaPhotogrpahy/iStock
Rechts sieht man die Kirchstürme einer Kirche, links viele Steine und das Meer
Wallfahrtskirche A Virxe da Barca bei Muxia. Foto: Mercedes Rancano Otero / iStock
Feinsandiger Sandstrand in Muxia bei Ebbe
Wallfahrtskirche A Virxe da Barca bei Muxia. Foto: Mercedes Rancano Otero / iStock

Orte, die als Ende der Welt bezeichnet werden, gibt es einige – je nachdem, auf welchem Kontinent sie liegen und wann sie entdeckt wurden. Einer liegt im nordwestlichsten Zipfel Spaniens, Cabo de Finisterre auf Spanisch, Cabo Fisterra auf Galizisch. Ende der Welt, finis terrae, tauften die Römer einst den Punkt, an dem heute ein Leuchtturm steht.

Dass dieser Leuchtturm einer der am häufigsten besuchtesten Europas sein soll, hat auch damit zu tun, dass er nur 60 Kilometer westlich von Santiago de Compostela liegt. Denn viele Jakobspilger drehen nach Erhalt ihrer Pilgerurkunde in Santiago eine Ehrenrunde.

Galizien: 1.500 Kilometer Küste

Sie gehen den Pilgerweg von Fisterra nach Santiago in umgekehrter Richtung. Je nach Kondition und Zeit dauert das nochmals drei bis fünf Tage – plus die Zeit, die man mit anderen Pilgern in einem Café plaudert oder an einem der feinsandigen Strände sitzt und das Meer genießt.

Gut die Hälfte dieser Ehrenrunde, ab Cee, führt am Meer entlang. Wegen der vielen Fjorde, die auf Spanisch Rias heißen, hat Galizien rund 1.500 Kilometer Küste mit etwa 700 Stränden. An einem dieser Rias zwischen Cabo Fisterra und Muxia liegt erhöht der Parador Costa da Morte. Die staatlichen Unterkünfte Paradores befinden sich einerseits in historischen Gebäuden wie ehemaligen Klöstern oder in landschaftlich sehenswerten Gegenden. Der erst vor fünf Jahren eröffnete Neubau, der sich terrassenartig an den grünen Hügel anschmiegt, gehört zu letzterer Kategorie: Von allen Zimmern genießen die Gäste Meer- und Strandblick.

Costa da Morte, Todesküste, wird dieser Küstenabschnitt genannt. Viele Schiffe sind hier früher zerschellt. An das letzte Unglück – vor knapp 23 Jahren havarierte hier der Öltanker Prestige – erinnert ein meterhohes Denkmal. Wenige Schritte entfernt liegt die Wallfahrtskirche A Virxe da Barca, unserer Lieben Frau vom Boot. Bis ins Mittelalter sollen die Ursprünge für das Heiligtum zurückgehen. Es entstand der Legende nach, weil die Muttergottes hier mit einem Schiff anlandete, um dem Heiligen Jakob – spanisch Santiago – bei der Bekehrung der Einwohner zum Christentum zu helfen.

Im Innern der kleinen Kirche findet sich ein Bild der Jungfrau aus dem 14. Jahrhundert, das zum Glück vom Brand 2013 verschont blieb. Pilger bekommen hier ihren Stempel in den Pilgerpass. Wer einen guten Gleichgewichtssinn hat, klettert über die kleine Steinmauer vor der Kirche und stellt oder legt sich auf die Granitfelsen. Ihnen werden heilende Eigenschaften und magische Kräfte zugeschrieben. Vor allem beim wichtigen Wallfahrtsfest, das in diesem Jahr am 14. September gefeiert wird. Wer den Felsbrocken Abalar zum Bewegen bringt, dem wird ein Wunsch erfüllt, heißt es.

Rund 50.000 Gläubige sollen 2024 an der Wallfahrt teilgenommen haben, ein tausendfaches der sonstigen Tagesbesucher, die teils auch mit dem Bus aus Santiago kommen. Wer die Kirche für sich allein bestaunen möchte, übernachtet am besten im kleinen Ort Muxia weniger als eine halbe Stunde Fußweg entfernt.

Dertour mit Charter-Flügen

Das nächste Jakobsjahr oder Heilige Jahr feiert Santiago 2027 und erwartet dann besonders viele Besucher. Höhepunkt für Pilger ist die geöffnete Heilige Pforte in der Kathedrale. Sie ermöglicht den vollständigen Ablass.

Wer seine Kunden noch dieses Jahr ans Ende der Welt schicken möchte, wird unter anderem bei Studiosus, Olimar, Vuelta und Dertour fündig. Die Frankfurter bieten zwischen 19. September und 31. Oktober erstmals Charterflüge nach Galizien an. Alle einwöchigen Termine finden laut Dertour statt. Darüber hinaus eignet sich die Region gut als Ziel für Sondergruppen und Gäste, die auf der Suchen nach etwas Besonderem sind.